04.02.2022 06:00 |

Von wegen Öko

Die große Stromlüge: Ein Kronzeuge packt aus

Ein Whistleblower deckt jetzt gegenüber der „Krone“ schonungslos Österreichs verfehlte Energiepolitik auf. Demnach floss zuletzt durch heimische Leitungen massiv Atomstrom!

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„Es fließt täglich mehr Strom aus Atommeilern und Gaskraftwerken durch unsere Netze, während Österreich rechtlich im fernen Brüssel gegen die jetzt beschlossene EU-Taxonomie vorgeht“, macht der Insider gegenüber der „Krone“ seinem Ärger über die verfehlte Ökostrategie zwischen Strommast, Leitung und Stecker Luft.

Tatsächlich mündet alles in einer großen Stromlüge. Der Wiener Whistleblower – ein erfahrener Branchenkenner – nimmt auch Klimaministerin Gewessler ins Visier: „Es müssen endlich die Rahmenbedingungen für das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz EAG geschaffen werden. So fehlen beispielsweise noch 70 Verordnungsermächtigungen und Gesetzesänderungen. Außerdem wurde noch nicht einmal die neue Abwicklungsstelle für Ökoförderungen eingerichtet.“

Nur 50 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen
Seit Juli 2021 herrsche im Umweltministerium der komplette Stillstand. Aktuelle Zahlen würden die fehlgeleitete Energiepolitik bestätigen. So kamen im Dezember nur 50 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Quellen, der Rest war fossil oder stammte nachweisbar aus Atomkraftwerken in Österreichs Nachbarländern.

Vor allem im Winter versiegen Öko-Quellen
Dass über das Jahr hinweg Wasser, Wind und Sonne nicht in konstanter Form für die Stromerzeugung zur Verfügung stehen, ist auch für die „Austrian Power Grid“ (APG) kein Geheimnis. „In den kalten Monaten ist die Erzeugung durch nachhaltige Quellen, allen voran jene durch Laufwasserkraft, wegen verringerter Niederschläge deutlich geringer“, gibt deren technischer Vorstand Gerhard Christiner zu.

Auch laut APG war zuletzt nur die Hälfte des Stromflusses in rot-weiß-roten Leitungen ökologischer Natur. „Österreich glänzt als Stromimporteur“, heißt es wörtlich, wobei die Atomenergie nicht genannt wird.

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Wenn jeder Ameisenhügel und jedes plötzlich entdeckte seltene Tier im Projektgebiet jedes Windrad und jedes Wasserkraftwerk bis zum Sankt-Nimmerleinstag verzögern kann, wird es noch schlimmer.

Der Whistleblower

Laut „Krone“-Informant sei keine Besserung, sondern sogar eine massive Verschlechterung in Sicht: „Wenn jeder Ameisenhügel und jedes plötzlich entdeckte seltene Tier im Projektgebiet jedes Windrad und jedes Wasserkraftwerk bis zum Sankt-Nimmerleinstag verzögern kann, wird es noch schlimmer. Hauptsache, es wird ein Klimarat einberufen, um realitätsfremde Ideen zu sammeln.“

Österreich macht sich immer abhängiger
Bitteres Fazit des heimischen Energiewirtschafts-Experten: Österreich mache sich immer abhängiger von Gaslieferungen aus dem fernen Russland. „Während wir auf massiven Druck kompromisslos aus fossilen Trägern aussteigen sollen, müssen wir Putin quasi um Gas anbetteln.“

Mark Perry
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Oliver Papacek
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