Nachtgastronomie sauer

Après-Ski-Partys: „Ohrfeige für die ganze Branche“

Österreich
25.01.2022 13:37

Stefan Ratzenberger hat die jüngsten Après-Ski-Partys in Westösterreich scharf kritisiert. Dass hier „einige schwarze Schafe“ über die Stränge hinausschlagen, sei „eine Ohrfeige für die ganze Branche“, zeigte sich der Sprecher der Nachtgastronomen im Interview mit Puls24 tief enttäuscht (siehe Video oben). Er sprach von einer „Sauerei“ und von einem „Betrug des Westens Österreichs, den der Osten ausbaden muss“.

Besonders von der Tiroler Landesregierung und dem Bürgermeister von Kitzbühel sei er tief enttäuscht. „Sie finden zwar alle immer schöne Worte, aber passieren tut nichts. Das Krisenmanagement unserer Politik hat sich nicht weiterentwickelt  - ganz im Gegenteil. Weiterentwickelt hat sich nur das Virus“, meint Ratzenberger süffisant.

Stefan Ratzenberger, Obmann der Nachtgastronomie (Bild: zVg)
Stefan Ratzenberger, Obmann der Nachtgastronomie

Feuchtfröhliche Partys auf Video
In den vergangenen Tagen und Wochen haben Videos vom feuchtfröhlichen Après-Ski (u.a. in Kitzbühel) für Aufregung gesorgt. Den prominentesten Fall betraf Runtastic-Mitgründer und „2 Minuten 2 Millionen“-Juror Florian Gschwandtner. Ein mittlerweile wieder gelöschtes Video zeigte ihn bei einer - offiziell verbotenen - Après-Ski-Massenparty in der Gamsstadt inmitten lautstark johlender Partygäste. Er entschuldigte sich später für diese Aktion. 

„Beinhartes Durchgreifen“ gefordert
Auch Wirtesprecher Mario Pulker kritisierte unlängst die illegalen Après-Ski-Partys. Er plädiert dafür, die Pandemiepolitik ganz generell zu überdenken. Es dürfe sich die geimpfte Mehrheit nicht mehr von einer Minderheit treiben lassen, sprach er Pulker für ein „beinhartes Durchgreifen“ aus.

Symbolbild (Bild: stock.adobe.com)
Symbolbild

Ministerin: Corona-Hilfen sofort zurückzahlen
Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte zuletzt gewarnt, dass schwarze Schafe, die sich nicht an die Après-Ski-Regeln halten, die Hilfsgelder zurückzahlen müssen.
Auch das Land Tirol verurteilte diese Vorgänge „aufs Schärfste“. Es wurde betont, dass Behörde und Polizei eine „Null-Toleranz-Politik“ verfolgen würden. Zudem ließ man wissen, dass die Gesundheitsbehörde rechtliche Schritte und die Einleitung eines Strafverfahrens gegen uneinsichtige Betreiber prüfe.

(Bild: APA/HANS PUNZ)

2G-Nachweis, FFP2-Maske und Sperrstunde um 22 Uhr
Nach den aktuellen Covid-Bestimmungen ist Après-Ski eigentlich nicht erlaubt. Es darf kein Barbetrieb durchgeführt werden, zudem dürfen Speisen und Getränke nur an zugewiesenen Sitzplätzen eingenommen werden. Für das Personal gilt das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske sowie ein 3G-Nachweis. Für Gäste gilt ein 2G-Nachweis, außerhalb des Sitzplatzes ist auch von Gästen eine FFP2-Maske zu tragen. Sperrstunde ist um 22 Uhr.

Die Nachtgastronomie trifft die Sperrstundenregel am meisten. „Mit Ausnahme von drei Monaten hat die Branche praktisch seit zwei Jahren geschlossen.“ 

Appell an Mückstein
Er fordere daher eine Lockerung der Sperrstunde. Das Öffnen könnte dann relativ schnell wieder erfolgen. „Wir kontrollieren jeden einzelnen Besucher, seit eineinhalb Jahren haben wir Konzepte in der Schublade liegen. Wir können das System relativ schnell hochfahren.“ Man sollte wieder mehr Vertrauen in die Bevölkerung haben, richtete Ratzenbegrer einen Appell an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. „Er muss einen Schritt auf uns zugehen.“ 

Verständnis für private Feiern
Verständnis habe Ratzenberger dafür, dass sich aktuell vieles im privaten Bereich abspiele. „Ich glaube, jeder von uns versteht junge Menschen, dass sie so etwas machen. Zwei Jahre hatten sie keine Möglichkeit. Die, die damals zu Beginn der Pandemie noch nicht ausgehen konnten, sind jetzt fast 18 - also die kennen gar keine Nachtgastronomie. Das ist ein hausgemachter Fehler der Bundesregierung.“

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