Musical-Premiere

2 Jahre Arbeit, um Titanic glamourös zu versenken

Der Mythos Titanic legt im Linzer Musiktheater an! Am 6. Februar hat das Musical zum Untergang des legendären Dampfers Premiere. Die Vorbereitungen dafür laufen seit zwei Jahren und sind nun in der Endphase. Die „Krone“ war dabei.
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Geschäftiges Treiben in den Werkstätten und Schneidereien des Musiktheaters beim Besuch der „Krone“: Tischler Franz Petersail schleift einen minutiös gearbeiteten Teewagen, Margot Schützeneder finalisiert einen pompösen Damenhut und Ines Panholzer knüpft Schnurrbärte am laufenden Band – für den Untergang der Titanic auf der Bühne muss jedes Detail sitzen.

Seit zwei Jahren arbeitet auch der britische Bühnenbildner Charles Quiggin an der Großproduktion – er hat jahrelange Erfahrung am New Yorker Broadway und im Londoner West End gesammelt und freut sich nun, die Ausstattung für „Titanic“ von Maury Yeston und Peter Stone zu verantworten: „Es ist ein fantastisches Musical und es wird unglaublich dramatisch werden, versprochen!“

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Von der ersten Recherche über die Stoffbeschaffung bis hin zur Realisierung – viele Puzzleteile sind bis zur Vollendung nötig.

Aleš Valášek, Kostümbildner für „Titanic“

Um sich in die Welt des legendären Dampfers, der 1912 so spektakulär versank, hineinzuversetzen, recherchierte er drei Monate lang Skizzen, Pläne und Biografien der Zeit, fertigte dann binnen vier Monaten ein Miniaturmodell der Bühne mit allen Einzelheiten bis zur Türklinke an: „Ich kenne dieses Schiff mittlerweile in- und auswendig.“ Nach dieser Vorlage wurden die Kulissen, Möbel und Requisiten dann von der Mannschaft des Landestheaters gebaut. Alleine für die Rückwand des Speisesaals benötigten sechs Tischler drei Wochen. Jedes Detail muss stimmen: „Herr Quiggin ist sehr penibel“, verrät einer der Tischler.

Wert auf Einzelheiten legt auch Aleš Valášek, der 126 Kostüme für das Stück designte. Ob Dienstmädchen, Passagier der dritten Klasse oder wohlhabende Neureiche – ganz unterschiedliche Stoffe und Entwürfe sind für dieses besondere Musical nötig: „Mir war wichtig, dass die Kostüme nicht einfach nur schön anzusehen sind, sondern ihre eigene Geschichte erzählen.“

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Bis eine Perücke fertig geknüpft ist, dauert es im Schnitt 40 Arbeitsstunden. Dann kommt erst noch das Styling dazu.

Andrea Pammer, Leiterin Maskenabteilung

Zu historischen Kulissen und Kostümen muss natürlich auch die Haarpracht der rund 40 Darsteller passen – so viele Bärte wie selten werden gebraucht, wie die Perücken müssen sie an jeden Sänger individuell angepasst werden: „Jede Kopf- und Gesichtsform ist anders“, erklärt mit Andrea Pammer die Chefin der Maske.

Am 6. Februar sticht das schicksalhafte Traumschiff dann endlich in See. Übrigens: Jack und Rose aus der berühmten Verfilmung werden die Besucher des Musiktheaters bei der Premiere nicht treffen – das Musical basiert stattdessen auf historischen Charakteren.

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