18.01.2022 12:17 |

Protest in Messina

Bürgermeister tritt wegen 2G-Regel in Hungerstreik

Zwei Nächte hat der Bürgermeister der sizilianischen Stadt Messina bereits aus Protest in einem Zelt an der Anlegestelle für Fähren verbracht. Nun ist Cateno De Luca auch noch in Hungerstreik getreten. Anlass für seinen Widerstand: die seit mehr als eine Woche geltende 2G-Pflicht an Bord von Fähren, die Sizilien mit dem Festland verbinden.

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„Heute Morgen fühle ich, dass alles kaputt ist. Es gibt ein Alter für alles, körperlich spüre ich es …“, erklärt der Bürgermeister in einem Facebook-Eintrag aus seinem Protestcamp, wie sich die Nächte für ihn im Zelt gestalten. In seinem Profil lässt er die Menschen an seinem Feldzug gegen die 2G-Regel teilhaben. Es sei zwar „ein Fünf-Sterne-Zelt! Aber leider ohne Heizung“, jammert er in einem Posting.

Keine Ausnahmen für medizinische Eingriffe
De Luca fordert eine Lockerung der geltenden 2G-Regel, weil sie seiner Ansicht nach das Recht auf die Verbindung zwischen den Inseln und dem Festland verletze. „Viele Familien können Sizilien für dringende medizinische Eingriffe nicht verlassen. Viele Menschen, die Sizilien verlassen haben, können nicht zurückkehren“, sagt er. Er sei nicht gegen die Corona-Restriktionen der Regierung und auch kein Impfgegner, betont der Politiker. Das Recht der Sizilianer, das italienische Festland zu erreichen, müsse jedoch gewährleistet werden.

Unterstützt wird De Lucas Protest vom Präsidenten der Region Sizilien, Nello Musumeci. Er gab der Regierung 24 Stunden Zeit, um „die ungerechte Behandlung gegenüber Ungeimpften“ zu beheben. Im Falle einer Beibehaltung der 2G-Pflicht drohte er mit „außerordentlichen Maßnahmen zum Schutz der Region“.

2G-Pflicht in Öffis seit 10. Jänner in Kraft
Musumeci beklagte in seinem Schreiben an die Regierung von Premier Mario Draghi, dass Sizilianer ohne Impfzertifikat auf der Insel „festsitzen" und den Rest des Staatsgebiets auch aus nachgewiesenen dringenden Gründen, etwa gesundheitlichen, nicht erreichen könnten. Er forderte eine Aufhebung der 2G-Regel, weil sie seiner Ansicht nach das Recht auf die Verbindung zwischen den Inseln und dem Festland verletze. Seit dem 10. Jänner gilt in Italien die 2G-Pflicht an Bord öffentlicher Verkehrsmittel.

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