11.01.2022 18:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Für US-Scheck musste Steirer die Bank wechseln

Unerwartete Ereignisse haben oft unerwartete Konsequenzen. Damit, dass er seine Bank in Österreich wechseln muss, nur um einen Corona-Hilfsscheck aus den USA einlösen zu können, hat ein steirischer Pensionist aber nicht gerechnet. Sein Geldinstitut wollte die rund 1200 Euro jedenfalls nicht auszahlen.

Kurt K. hat ein abenteuerliches Leben hinter sich. Als Waisenkind wanderte er nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus. Fand dort Arbeit, bevor er einige Jahre später nach Österreich zurückkehrte. Dennoch erhielt er heuer ein Schreiben und einen Scheck - ein in Amerika nach wie vor gängiges Zahlungsmittel - von US-Präsident Joe Biden. Dieser hatte im März 2021 ein Gesetz unterzeichnet, nachdem Millionen von Amerikanern Hilfsgelder aufgrund der Corona-Pandemie erhalten sollen.

Bereits im April kamen die Schriftstücke bei Herrn K. in Graz an. Dieser hat sich anfangs über die finanzielle Überraschung gefreut. Er nahm den Scheck und ging zu seiner Hausbank, bei der er seit 50 Jahren Kunde ist. Leider konnte man ihm dort aber nicht helfen. Man teilte ihm mit, dass das Geldinstitut bereits seit 2016 keine Schecks aus den USA mehr einlösen würde. Aufgrund von Geldwäscherisiken. „Ich habe versucht, den Scheck bei einem anderen Institut einzulösen, aber das geht nur, wenn man dort ein Konto hat. Ich bin seit Jahrzehnten Kunden und sehe das nicht ein“, wandte sich der 78-Jährige schließlich an uns.

Scheckeinlösung nur für Kunden
Die Volksbank verwies auch uns gegenüber auf die entsprechenden Richtlinien. Eine Ausnahme für einen Scheck über rund 1200 Euro, der direkt aus dem Weißen Haus kommt, konnte man nicht machen. Andere Geldinstitute lösen zwar Schecks aus den USA ein - aber nur für eigene Kunden. Dem Pensionisten blieb schließlich nichts anderes übrig, als mit seinem Konto zu einer anderen Bank zu wechseln: „Ich habe das Geld mittlerweile erhalten. Etwas Gutes hat die Sache noch dazu gehabt. Der Weg zur Bank ist für mich jetzt kürzer. Das kommt mir sehr entgegen, da ich vor Kurzem eine schwere Operation hatte.“

 Ombudsfrau
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