Wasser war umzäunt

Kleiner Tim (2) starb nach Sturz in kalten Teich

Unvorstellbar, wie sich eine Familie in Garsten in Oberösterreich fühlen muss: Der kleine Tim fiel am 30. Dezember in den Fischteich im Garten, seine Schwester rettete ihn vorerst mit einem Sprung aus dem kalten Wasser. Am Donnerstag starb der Zweijährige. Die Eltern versichern, alles abgesichert zu haben. Aber Tim fand leider einen Weg.

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„Nie hätte ich mir vorstellen können, dass so etwas passieren könnte. Im Garten ist alles abgesichert. Der Teich ist rundherum abgezäunt, und die Türe ist mit einer Kette verriegelt“, erklärt der Vater im Gespräch mit der „Krone“. Er selbst war zum Zeitpunkt der Tragödie am vorletzten Tag des vergangenen Jahres nicht zu Hause. „Ich bin zum Arzt gefahren. Als ich dann nach Hause kam, waren schon alle Rettungskräfte da. Ich dachte am Anfang, dass etwas mit meinen Eltern passiert ist“, so der Vater.

Mit Gesicht nach oben im Wasser getrieben
Doch es ging um den kleinen Tim. In einem unbeobachteten Moment schaffte es der Zweijährige zum umzäunten Fischteich und stürzte hinein – niemand kann sich erklären, wie er über den Zaun gelangen konnte. Als die Mutter das Fehlen des Kleinen bemerkte, fing sie sofort zu suchen an. „Tim war unauffindbar. Wir haben kein kleines Grundstück. Plötzlich sah meine Frau, dass der Bub im Teich liegt. Die Türe war aber versperrt“, sagt der Papa. Tim, der einen dicken Schneeanzug anhatte, trieb mit dem Gesicht nach oben in dem eiskalten Wasser. Seine ältere Schwester (16) sprang sofort in den Teich, brachte den Buben an Land.

Herzstillstand wegen Kälteschock
„Als er heraußen war, hatte er noch Schnappatmung, spuckte das verschluckte Wasser aus. Als wir ihm die nassen Klamotten auszogen, ist der Kreislauf zusammengebrochen“, erinnert sich die Familie. Sofort wurde mit Reanimationsmaßnahmen begonnen, doch der Kälteschock war für das kleine Herz zu viel. Das Gehirn wurde nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Am Donnerstag starb Tim im Linzer Kinderklinikum an den Folgen seines Herzstillstandes, seine Organe wurden gespendet: „Wir haben uns noch bei ihm verabschiedet. Tims Herz lebt jetzt in einem anderen Kind weiter.“

Und der betroffene Vater hat noch einen Appell an alle: „Kinder sind unberechenbar. Man kann nie genug absichern und aufpassen.“ Das musste die Familie am eigenen Leib erfahren.

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