03.01.2022 08:02 |

Vierschanzentournee

Deutsche: „Man kann nur auf Fehler von ihm warten“

Sie stellen den ersten „Grand Slam-“-Sieger der Vierschanzentournee-Geschichte, aber auch schon 20 Jahre keinen Gesamtsieger mehr. Seit Sven Hannawalds totalem Triumph 2001/02 mit Siegen auf allen vier Schanzen hat es für Deutschland mit Platz eins in der Endwertung nicht mehr geklappt. Diesmal schien Karl Geiger als Weltcup-Führender reif für den Triumph, doch zur Halbzeit der 70. Auflage des Klassikers scheint wieder zumindest einer zu überlegen zu sein - Ryoyu Kobayashi. „Man kann nur auf einen Fehler von ihm warten“, so die Deutschen. 

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Der Japaner ist als Gewinner von Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen auf dem besten Weg, Geiger und auch Markus Eisenbichler den Coup zu vermasseln. Letzterer liegt als Vierter 21,1 Punkte hinter dem Leader und damit um 11,2 Zähler näher als Geiger. Nur 0,2 Punkte von Eisenbichlers Rückstand resultieren aus der hauchdünnen Neujahrsentscheidung. Deutschlands Chefcoach Stefan Horngacher weiß spätestens seit dieser bitteren „Niederlage“, dass die Durststrecke wohl noch andauern wird.

„Es wird schwierig für die Gesamt-Tournee. Man kann nur auf einen Fehler von ihm warten“, sagte der Coach. „Wenn Kobayashi normal springt, ist es schwer aufzuholen.“ Im selben Atemzug äußerte der Tiroler aber auch Hoffnung: „Wir sind in der Halbzeit. Man weiß nicht, was noch alles passiert. Wir bleiben auf der Lauer, bleiben fokussiert.“ Zumindest ein Tagessieg soll sich noch ausgehen. Horngacher: „Kobayashi springt extrem gut, aber irgendwann werden wir ihn schlagen.“

In den vergangenen Jahren waren die Deutschen jedenfalls weit davon entfernt, bei der Tournee versagt zu haben. Bei den vergangenen sechs Auflagen gab für die DSV-Athleten insgesamt sechs Gesamt-Podestplätze - viermal als Zweiter und zweimal als Dritter. Zweite waren Severin Freund (2016), Andreas Wellinger (2018), Eisenbichler (2019) und Geiger (2021). Rang drei belegten Stephan Leyhe (2019) und Geiger (2020). Eisenbichlers Trauma war schon vor drei Jahren Kobayashi.

Im Gegensatz zu den Österreichern lebt bei den Deutschen auch diesmal also zumindest noch eine kleine Hoffnung, doch geht es nun am Dienstag um ein entsprechendes Ergebnis auf dem Bergisel. Und dort war den Deutschen in den vergangenen paar Jahren bei der Tournee selten Glück beschieden - im Gegensatz zur WM 2019, als Eisenbichler vor Geiger gewann. Kurz nach dem Jahreswechsel klappte es aber seit Richard Freitags Sieg 2015 nicht so besonders, Eisenbichler war im Vorjahr Sechster.

Sondertraining
Das ist für ganz vorne meist zu wenig. Daher hatten Horngachers Mannen den Bakken in Tirols Landeshauptstadt diesmal schon im Sommer intensiv besprungen. „Wir haben da mehr trainiert als sonst, gehen ganz locker und zielstrebig zum Bergisel“, kündigte der 52-Jährige in Garmisch an. „Wir haben ein Konzept, ein paar technische Ansätze, die wir uns erarbeitet haben. Ziel war, den Rhythmus der Schanze schneller und besser aufzunehmen.“

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