19.12.2021 12:55 |

Portrait

Ex-Hundesalonbesitzerin wurde zur „Igel-Mama“

Lange betrieb die gebürtige Kärntnerin Adele Dornig einen Hundesalon. Nun setzt sich die Tierliebhaberin für Lebewesen ein, die nur schwer zu frisieren sind: Sie hilft Igeln beim Überwintern.

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Beim Hörbranzer Salvatorkolleg gibt es einen „Igelweg“. Und dieser verdient sich die Bezeichnung, hat doch Adele ihren dortigen Garten in ein Igelparadies verwandelt. „Derzeit sind 22 Igel in unserer Obhut, die meisten bereits im Winterschlaf, andere wegen ihres Hustens und Untergewichts noch in häuslicher Pflege“, so die „Mutter“ der jungen Stacheltiere, die ohne ihre Unterstützung den Winter wohl nicht überleben würden.

Vierbeiner mochte Adele seit jeher: „Mit acht Jahren bekam ich statt eines Hundes ein Zicklein zum Großziehen“, erinnert sich die geborene Kärntnerin. Dafür hatte sie später viel mit Hunden zu tun, denn die gelernte Friseurin kombinierte ihr Talent mit Kamm und Schere und ihre Tierliebe und betrieb 25 Jahre einen Hundesalon in Frastanz. Auch in der Pension ist ein Hund, der 14-jährige Havaneser „Sir Billy“, ihr ständiger Begleiter und neben den beiden Enkelkindern ihr großer Liebling.

Adele, die gerne Zeit in der freien Natur verbringt, kam über ihren Garten „auf den Igel“. Da Chemie für sie nicht in Frage kam, sorgte ein Igelpaar dafür, dass die Schädlinge darin nicht überhandnahmen. Bekommen hat sie dieses im Mai von der als „Igelmama“ bekannten Annelies Dalpetz, die als Obfrau des Bludenzer Tierschutzvereins in Nüziders bereits eine weit über die Region bekannte Igelstation eingerichtet hatte.

Spezielle Nahrung
Bald war auch Adele vom Igelfieber erfasst. „Wenn Jungtiere zu spät geboren werden und noch untergewichtig sind, erfrieren sie im Winterschlaf“, erklärt die 65-Jährige. Diese Erkenntnis war mit ein Grund, weshalb sie sich aktiv für die Tiere einzusetzen begann. Ihr Engagement ist auch deshalb wichtig, weil der Igelbestand seit Jahren abnimmt - sie sterben an Pestiziden, werden überfahren oder verhungern kläglich, da es immer weniger Insekten gibt. In ihrem Garten schuf sie eigens Igelhäuser, die das Überwintern der für das Ökosystem extrem wichtigen Art sichern. Geschwächte Tiere päppeln Adele, die neben Annelies Dalpetz auch von Ingrid und Dominik Greissing unterstützt wird, wieder auf. Und zwar mit einem ganz besonderen Cocktail: „Mit einem Mix aus Katzenfutter, Hackfleisch, Eiern, Rosinen und Mehlwürmern werden die Igelkinder aufgefüttert und für den Winterschlaf vorbereitet. Im Frühjahr werden sie dann ausgewildert und können ihr Leben in Freiheit genießen“, verrät Adele, die ihr Lebensmotto „Leben, lieben und glücklich sein - und das frei von allen Zwängen“ also auch ihren Findelkindern zugesteht.

Wer einen geschwächten Igel findet, kann sich gerne bei Adele Dornig (0664 4413870) melden!

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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