02.12.2021 08:06 |

Europas „Seidenstraße“

EU-Konkurrenzprojekt: 300 Milliarden gegen China

Um den Einfluss der EU in der Welt auszubauen, sollen in den nächsten sechs Jahren bis zu 300 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden. Das Projekt mit Namen „Global Gateway“ ist als Gegenentwurf für die „Neue Seidenstraße“ Chinas gedacht.

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Wie aus einem Projektentwurf der EU-Kommission von Ursula von der Leyen hervorgeht, ist vorgesehen, das Geld vor allem in Projekte zur Verbesserung von umweltfreundlichen Energie-, Daten- und Transportnetzwerken zu investieren. Die Initiative trägt den Namen Global Gateway. Damit könnten zum Beispiel Glasfaserleitungen für schnelles Internet, neue Eisenbahnstrecken oder Anlagen zur Herstellung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff gefördert werden.

Chinas Mega-Offensive sorgt für Unruhe
Hintergrund der Pläne ist der stark wachsende Einfluss Chinas auf der Welt, das mit seiner Seidenstraßen-Initiative international in Infrastrukturprojekte investiert. Das Vorgehen Pekings hat dazu geführt, dass Staaten wie Deutschland bereits seit Längerem auf ein stärkeres EU-Engagement in dem Bereich drängen.

Aus Sicht der 27 EU-Mitgliedsstaaten wird eine stärkere internationale Vernetzung auch die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken und strategische Abhängigkeiten verringern.

Hunderte Milliarden bis 2027
Die bis zu 300 Milliarden Euro aus der neuen Global-Gateway-Initiative sollen bis Ende 2027 fließen. Von der Leyen hatte zuletzt zu den Arbeiten an dem Projekt gesagt: „Wir sind gut im Finanzieren von Straßen. Aber es macht für Europa keinen Sinn, eine perfekte Straße zwischen einem Kupferbergwerk in chinesischem Eigentum und einem ebenfalls in chinesischem Eigentum stehenden Hafen zu bauen.“

 Kronen Zeitung
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