30.11.2021 06:00 |

Über 2000 in Kärnten?

Abwasser-Analysen: Corona-Inzidenz könnte steigen

Abwasseruntersuchungen lassen für Kärnten nichts Gutes erwarten. Nachdem das südlichste Bundesland inzwischen die höchste Sieben-Tage-Inzidenz Österreichs hat, könnte die nächste Woche im Lavanttal die 2000er-Inzidenz bringen.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die Abwässer der einzelnen Kärntner Kläranlagen sind so etwas wie das bewährte Corona-Frühwarnsystem des Landes. Die Konzentrationen, in denen das Virus in den Endstationen der Kanäle nachgewiesen werden kann, geben Hinweise auf die Zahl der Infektionen in naher Zukunft. In einem Satz: Es sieht nicht gut aus.

Verdoppelung der Inzidenzen möglich
Aber der Reihe nach: In den Bezirken St. Veit an der Glan und Feldkirchen dürfte es zu einer Verdoppelung der an sich bereits hohen Inzidenzen kommen, auch in den Kläranlagen in St. Andrä im Lavanttal, Kohldorf-Völkermarkt, Wörthersee-West, Spittal-Millstätter See und Feldkirchen geht der Trend steil nach oben. Stabil sind nur die Viruskonzentrationen in den Abwässern von Klagenfurt, Villach und dem Unteren Drautal.

Zitat Icon

Die Prognose für die Woche ab kommenden Freitag ist schlimm, sie ist nämlich sehr hoch. Das zeigen die Analysen.

Landessprecher Gerd Kurath

Gerd Kurath ist nicht nur Chef des Landespressedienstes, sondern auch der Corona-Sprecher des Landes Kärnten. Er schätzt die Lage für die nächste Woche nicht besonders optimistisch ein. „Die Prognose für die Woche ab kommenden Freitag ist relativ schlimm. Sie ist sogar sehr hoch.“

Inzidenz über 2000 erwartet
Doch diese Prognose lässt sich auch in absoluten Zahlen ausdrücken. Demnach wird für den Raum Wolfsberg in der kommenden Woche neuerlich eine Inzidenz von 2000 oder gar darüber erwartet. Diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist eine statistische Kennziffer für labordiagnostisch nachgewiesene Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen - stets bezogen auf rechnerisch 100.000 Einwohner.

Aber auch in den Bezirken Villach-Land, Völkermarkt und Spittal an der Drau wird sich die Corona-Lage in naher Zukunft nicht viel besser darstellen. Kurath: „In diesen drei Bezirken rechnen wir mit Inzidenzraten um die 1700.“

Katastrophale Corona-Lage
Wie katastrophal die Lage in Kärnten ist und noch werden wird, zeigt der Bundesländervergleich. So hat Wien mit seinen knapp zwei Millionen Einwohnern derzeit eine Inzidenz von nur 500, Kärnten bereits jetzt eine von 1432. Damit belegt unser Bundesland den traurigen ersten Platz - und es geht weiter steil bergauf.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 23. Jänner 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)