28.11.2021 14:03 |

„Krone“-Interview:

Thomas Steiner feiert Bürgermeister-Jubiläum

Thomas Steiner ist seit zehn Jahren Bürgermeister der Landeshauptstadt Eisenstadt. Der ÖVP-Politiker ist voller Überzeugung und mit ganzem Herzblut Oberhaupt der „kleinsten Großstadt der Welt“. 

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Krone: Wie war der Sprung von der Landesregierung zum Stadtchef von Eisenstadt?
Thomas Steiner: Dass ich Bürgermeister werde, war nicht geplant. Ich bin zwar 2007 in den Gemeinderat gewählt worden, weil ich mitgestalten wollte, aber nicht mit der Intension, eines Tages Bürgermeister zu werden. Dann kam allerdings 2011 die Frage auf, wer Nachfolger von Andrea Fraunschiel werden soll und dann hat es sich so ergeben.

Haben Sie Ihre Entscheidung je bereut?
Nein. Als Bürgermeister ist man besonders nah an der Bevölkerung dran. Wenn man etwas tut, hat man immer sofort ein Feedback der Leute, egal ob positiv oder negativ. Es gibt kaum einen Job, in dem man so viele Erfolge und schöne Erlebnisse haben kann wie hier. Beruflich war es für mich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Wenn ich durch die Stadt laufe und sehe, wie viele Dinge sich zum Positiven verändert haben, dann ist das einfach eine coole Sache.

Wie schwer ist es in einem roten Land eine türkise Landeshauptstadt zu führen?
Die Zusammenarbeit mit dem Land gleicht einer Wellenbewegung. Manchmal ist sie gut, manchmal besser, manchmal schlechter. Als Landeshauptstadt sind wir allerdings in der Situation, stark genug zu sein, Projekte auch ohne Unterstützung des Landes umsetzen zu können. Mit Altlandeshauptmann Niessl war die Zusammenarbeit vor allem in sportlichen Belangen eine sehr gute. Wir haben beide die parteilichen Unterschiede hintan gestellt und gemeinsam großartige Projekte umgesetzt. In diese Zeit fallen die Leichtathletikanlage oder die Überdachung des Eislaufplatzes. Derzeit ist es mit dem Land eher ein Neben- als ein Miteinander.

 Was war in den vergangenen zehn Jahren Ihr persönlich erfolgreichstes Projekt?
Das ist eine schwierige Frage, eigentlich ist es immer das Projekt, das sich gerade in Umsetzung befindet. Wenn ich mich auf eines festlegen muss, dann würde ich die Einführung des Stadtbusses vor fünf Jahren wählen. Es gab Widerstand und wir haben nicht gewusst, ob es funktionieren wird und die Leute den Bus überhaupt annehmen. Heute weiß ich, dass wir für den Stadtbus eine 99-prozentige Zustimmung in der Bevölkerung haben. Im Moment benutzen etwa 1000 Fahrgäste eine der vier Linien täglich. Vor dem Lockdown waren es sogar 1500. Ein zweites Projekt muss ich noch nennen und zwar den Stadtentwicklungsplan 2013. Damals hatten wir schon Nachhaltigkeit und Bodenschonung im Programm, was 2013 mehr als vorausschauend gewesen ist.

Die Belebung der Innenstadt ist ein großes Thema. Was ist noch geplant?
Es gibt ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Wir haben es schon mit dem Innenstadtbonus geschafft 15 neue Unternehmer in die Innenstadt zu holen. Das kostet natürlich Geld, man sieht aber auch, dass es etwas bringt, denn derzeit sind fast alle Geschäfte besetzt. Der Bedarf an kleinen Einheiten ist groß, deshalb bauen auch viele Besitzer ihre Häuser gerade um. Wichtig sind ein interessanter Branchenmix und Geschäfte, die es nicht überall gibt. Hier sind wir bestens aufgestellt. Der größte Feind der Innenstadt ist meiner Meinung nach der Internethandel. Hier soll sich unser neu gegründeter Verein Stadtmarketing einklinken und Konzepte ausarbeiten. Außerdem soll er eine Art Scharnierfunktion zwischen Gemeinde und Unternehmern haben, damit wir alle Kräfte bündeln können.

Wird das Jubiläum gefeiert?
Nein. Für mich ist es auch unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Gefühlt war es nur ein Wimpernschlag. Dabei sind schon zehn Jahr vergangen.

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