16.11.2021 16:54 |

Davis Cup: Thiem fehlt

Augen der Tennis-Welt auf Österreich gerichtet

Erstmals seit März 2020 ist Österreichs Davis-Cup-Team kommende Woche wieder im Einsatz. Mit dem 3:1-Erfolg über Uruguay in Premstätten hatte sich die Truppe von Kapitän Stefan Koubek die erstmalige Teilnahme am Finalturnier gesichert. Es war die letzte Großveranstaltung, ehe die Coronavirus-Pandemie in Österreich erstmals für einen Lockdown gesorgt hatte. Nun, rund ein Jahr später als geplant, geht es in Innsbruck vorerst um den Einzug ins Viertelfinale. Die Augen der Tennis-Welt werden auf Österreich gerichtet sein, weil der Weltranglistenerste Novak Djokovic nach Innsbruck kommen wird.

Auch ohne den rekonvaleszenten Dominic Thiem sowie dem ebenfalls verletzten Sebastian Ofner hofft Österreich in den Gruppenspielen gegen Serbien (26.11.) bzw. Deutschland (28.11.) auf die eine oder andere Überraschung. „Die Freude ist riesengroß. Jetzt dürfen wir endlich wieder spielen und schauen dem positiv entgegen“, freute sich Koubek bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Thiems Absage
Sein Team, das für diesen Davis Cup von der Generali-Versicherung gesponsert wird, wird natürlich Dominic Thiem sehr fehlen. „Natürlich hat Dominic wegen seines Handgelenks vor einiger Zeit absagen müssen. Der hätte sich gefreut darauf, aber wenn der Körper was dagegen hat, kann niemand was dagegen tun.“ Aber auch mit den anderen Spielern, angeführt von Dennis Novak, habe er schon einige, unglaubliche Siege gefeiert. „Die lassen bis zum Ende alles auf dem Platz liegen“, glaubt Koubek. Neben Novak sind Jurij Rodionov, Gerald Melzer sowie die Doppelspezialisten Oliver Marach/Philipp Oswald im Aufgebot.

Mit dem neuen Format, zwei Einzel und ein Doppel, können nach Ansicht des Kärntners „noch größere Überraschungen kommen“. Darauf müsse er zählen, auch wenn man vom Papier her definitiv nicht Favorit sei. Das Team wird am Samstag nach Innsbruck reisen und am Sonntag das erste Training absolvieren.

Gegen Serbien wird der aktuell bei den ATP Finals in Turin engagierte Superstar Novak Djokovic in der Tiroler Hauptstadt erwartet. „Ich hoffe, dass er das Finale gewinnt und müde hierherkommt. Aber die Serben haben hinten auch gute Spieler, die liegen alle weit vor uns“, so Koubek. Dies sei ihm aber egal. „Meine Mannschaft muss ready sein.“ Ein Novak habe im Davis Cup „immer wieder sensationelle Leistungen gezeigt“. Und auch die erfahrenen „Oldies“ im Doppel könnten jeden schlagen.

Zverev kommt nicht
Bei den Deutschen sei er persönlich „froh, dass Zverev nicht kommt. Und wenn ein Djokovic noch absagt, freue ich mich, weil wir bessere Chancen haben weiterzukommen“, sagte Koubek, der von Aufstiegs-Szenarien vorerst nichts wissen will. „Wir gehen pro Match auf den Platz und wollen gewinnen. Wenn wir das erste 0:3 verlieren, wollen wir das nächste 3:0 gewinnen. Rechnen tun wir danach.“

Rechnerisch schwierig wird es wegen der hohen Covid-19-Fallzahlen mit der Auslastung der 7.000 Zuschauer fassenden Olympiahalle, die übrigens schon spielfertig ist. Ein „Ausverkauft“-Schild hängt jedenfalls noch nicht. Für die Österreich-Spiele ist das aber auf jeden Fall noch möglich. „Stand heute wird es das geben können. Die Verkäufe gehen nach oben. Wir sind weit weg von ausverkauft, aber sehr gut verkauft. Meine Erfahrung ist bei Davis Cups, wenn das Team und die Spieler einmal anreisen, dass dann noch einmal ein Riesenschwung an Karten weggeht.“

Von der TV-Reichweite her, so Straka, ist dieses Finalturnier über sein Turnier in der Wiener Stadthalle zu stellen. „Der Davis Cup ist definitiv ein Weltereignis.“ Das Interesse sei nicht nur bei den sechs in Innsbruck antretenden Ländern hoch. „Es ist ein weltweites Interesse, es spielen 18 Nationen in der Finalrunde mit. Und darüber hinaus sind, glaube ich, 160 Länder dabei.“

Von der Papierform her ist in der Österreich-Gruppe das Team aus Serbien, das neben Djokovic auch Dusan Lajovic (ATP-Rang 33), Filip Krajinovic (ATP-42), Laslo Djere (ATP-52) und Miomir Kecmanovic (ATP-68) nominiert hat, zu favorisieren. Deutschland bietet das Trio Jan-Lennard Struff (ATP-51), Dominik Koepfer (ATP-54) und Peter Gojowczyk (ATP-85) im Einzel sowie die beiden Doppelspezialisten Kevin Krawietz und Tim Pütz auf. ServusTV überträgt das Event aus der Olympiahalle.

krone Sport
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