Nächste Notbremse

Wenn 2G nicht klappt: Quarantäne für Geimpfte?

Österreich
08.11.2021 15:05

Ab sofort gilt in Österreich eine umfassende 2G-Regelung, weitere Schritte sind aber nicht ausgeschlossen. „Wenn die 2G-Regel nicht greift, glaube ich, dass der nächste Schritt - so unpopulär das sein mag - wahrscheinlich sein wird, dass in manchen Bundesländern auch Geimpfte wieder in Quarantäne müssen“, sagt der Epidemiologe Gerald Gartlehner. Nach fünf Tagen soll ein „Freitesten“ möglich sein. Derzeit gelten Geimpfte als K2-Personen, müssen sich also nicht isolieren, wenn sie Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Geimpfte könnten sich infizieren und „wir wissen auch, dass die Viruslast sehr hoch sein kann, so hoch wie bei Nicht-Geimpften, allerdings dann relativ rasch abfällt“, erläuterte der Experte von der Donau-Uni Krems am Montag. Ob das Aufrechterhalten der 2G-Regelung bis Weihnachten ausreicht, „kann niemand wirklich seriös vorhersagen“.

Epidemiologe Gartlehner (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Epidemiologe Gartlehner

„Erstimpfungen helfen uns bei dieser Welle nichts“
Es sei unklar, wie die dritte Impfung angenommen wird, wie hoch die Hintergrundimmunität ist und wie schnell die Immunität bei Geimpften abnimmt. „Wir sehen schon einen gewissen ersten Erfolg der 2G-Regelung, nämlich dass die Erstimpfungen ansteigen. Die helfen uns bei dieser Welle aber nichts, weil diese Personen erst in ungefähr sechs Wochen immun sind.“

Lockdown in Nachzügler-Bundesländern „nicht auszuschließen“
„Wenn mit 2G die Dynamik nicht unter Kontrolle gebracht wird, dann braucht es wahrscheinlich wirklich noch zusätzliche Schritte“, sagte Gartlehner. Ein Lockdown für ganz Österreich sei „unwahrscheinlich, weil das Burgenland mit mehr als 70 Prozent durchgeimpft ist, auch Wien steht relativ gut da“. Aber: „Bundesländer mit schlechter Impfquote und hohen Infektionszahlen haben einen sehr gefährlichen Mix, da ist es nicht auszuschließen.“

Warnung vor „Hype“ um Pfizers Covid-Medikament
Vom „Hype“ um ein Covid-Medikament von Pfizer wolle er sich nicht mitreißen lassen, so der Epidemiologe. Niemand kenne die Studien genau, es brauche mehr Daten und Kontrolle. Seines Wissens seien die Studien wegen eines großen Effekts vorzeitig beendet worden. Die Forschung wisse von anderen Beispielen, dass ein solcher Effekt nicht immer hält, wenn das Medikament größer ausgerollt wird, warnte Gartlehner vor zu großen Hoffnungen.

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