05.11.2021 08:35 |

Bei Anstieg von 2 Grad

Erderwärmung macht Milliarden zu Flüchtlingen

Der Umweltforscher Adil Najam warnt vor drastischen Folgen der Erderwärmung: Rund 2,5 Milliarden Menschen verlieren nach Ansicht des Wissenschafters ihre Lebensgrundlage, wenn die Temperatur auf der Erde um zwei Grad steigt. „Das Klima verändert sich viel schneller, als wir unseren Lebensstil anpassen.“ Während die Bedrohung der Klimaveränderung für Menschen in Europa nur schwer greifbar sei, gehe es für Bewohner des globalen Südens um ihre Existenz.

Große Bereiche in betroffenen Gebieten könnten - etwa wegen der Erhöhung des Meeresspiegels oder wegen Dürre - komplett verschwinden oder auf Dauer unbewohnbar werden. Wenn Fischer und Bauer in ihrer Heimat nicht mehr für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen können, bleibe ihnen nur noch die Migration innerhalb ihres Landes oder in andere Staaten, so Najam (56).

Wenige Länder „zahlen Preis für unsere Sünden“
Dabei sei der Anteil jener besonders stark betroffenen Länder an der Klimakrise verschwindend gering: „Diese Länder zahlen den Preis für unsere Sünden.“ Ohne Veränderungen der Lebensstile und der Konsumgewohnheiten in den reichen, westlichen Ländern könne die Klimakrise nicht aufgehalten werden.

Drastische Schritte in kurzer Zeit möglich
In die aktuell laufende UNO-Klimakonferenz COP26 setzt er nur wenig Hoffnung. „Der Druck aus der Öffentlichkeit muss noch größer werden, dann hätte die Politik auch noch mehr Handlungsspielraum“, so Najam. Bei der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, welch drastische Schritte in kurzer Zeit umgesetzt werden können, wenn die Bedrohung von allen Seiten ernst genommen wird.

Doch der Forscher sieht trotzdem positiv in die Zukunft: „Die junge Generation weiß, dass sie die Klimakrise selbst betrifft. Für sie ist es persönlich“, so Najam zur APA. Bald würden jene Frauen und Männer an den Schalthebeln der Gesellschaft sitzen. Zudem gebe es so viele Ressourcen und Technologien wie noch nie in der Geschichte.

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