27.10.2021 11:48 |

Bettel in der Kritik

Luxemburgs Premier mit Plagiatsaffäre konfrontiert

Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel sieht sich nach einem Medienbericht mit Plagiatsvorwürfen im Zusammenhang mit seiner Uni-Abschlussarbeit konfrontiert. Am Mittwoch reagierte er auf die Vorwürfe, ohne sie klar zurückzuweisen: „Aus heutiger Sicht erkenne ich, dass man es hätte anders machen sollen, ja vielleicht anders machen müssen“, teilte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Er habe die Arbeit vor mehr als 20 Jahren im Rahmen eines weiterführenden Studiums an der Universität Nancy (Frankreich) verfasst. „Meiner Erinnerung nach habe ich dies damals nach bestem Wissen und Gewissen getan“, sagte Bettel weiter.

Arbeit besteht weitgehend aus Plagiaten
Bettel reagierte damit auf einen Bericht des Online-Magazins Reporter.lu vom Mittwoch. Darin wird Bettel vorgeworfen, in seiner Arbeit von 1999 über mögliche Reformen des Wahlsystems für das Europaparlament auf 54 von 56 Seiten (96 Prozent) fremde Texte ohne Quellenangabe übernommen.

Premier will Entscheidung akzeptieren
Der Regierungschef erklärte, er vertraue „voll und ganz der Universität Nancy zu beurteilen, ob die betreffende Arbeit den Kriterien der damaligen Zeit entspricht. Sollte dies nicht der Fall sein, akzeptiere ich natürlich eine entsprechende Entscheidung.“

Reporter.lu berichtete, nur auf zwei Seiten der ganzen Arbeit gebe es keine plagiierten Textpassagen. Dabei handle es sich um wenige Absätze in der Einleitung und ein ebenso kurzes Fazit. Bettel hatte an der Universität Nancy öffentliches Recht und Politikwissenschaft studiert.

In Österreich hatte es Anfang des Jahres eine ähnliche Affäre um die zurückgetretene Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) gegeben. In ihrer Magister- und Doktorarbeit waren ganze Absätze abgeschrieben und falsch zitiert. Ihre Titel durfte sie jedoch behalten.

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