26.10.2021 15:38 |

Lehrerklage abgewiesen

Gericht bestätigt: Lernsieg-App ist rechtens

Neuerlicher Erfolg für die Lehrerbewertungs-App Lernsieg: Die Klage eines HTL-Lehrers gegen diese ist jetzt vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) abgewiesen worden. Dieses bestätigte vielmehr, dass die Lernsieg-App voll und ganz den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entspricht und sowohl Schüler als auch die Öffentlichkeit ein „berechtigtes Interesse“ an ihrem Betrieb bzw. an ihren Inhalten haben.

Das BVwG stellte in dem Urteil außerdem fest, dass dieses sogenannte berechtigte Interesse die Rechte des betroffenen Lehrers überwiege. Dessen Interesse auf Geheimhaltung seiner Daten sei als gering einzuschätzen, insbesondere da es nur das Berufliche nicht aber seine Privatsphäre betreffen würde, argumentiert das Gericht.

Er sei sehr glücklich über das Urteil und würde sich eine Zusammenarbeit mit der Lehrergewerkschaft wünschen, sagt App-Entwickler Benjamin Hadrigan im Telefonat mit krone.at. Er verstehe nicht, warum diese bis dato seinen Wunsch nach Kooperation ablehne und nicht an einer gemeinsamen Verbesserung der App interessiert sei. „Es gibt auch Lehrer, die freuen sich, wenn sie bewertet werden.“ Die würden das Feedback der App nutzen, um ihren Unterricht zu verbessern.

Datenbank mit rund 90.000 Lehrern
Für die App - krone.at berichtete - wurde eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen angelegt. Schüler können dort nach Registrierung via Handynummer ihre Pädagogen ab der AHS-Unterstufe bzw. Neuen Mittelschule (NMS) in Kategorien wie Unterricht, Fairness, Vorbereitung oder Pünktlichkeit mit einem („Nicht genügend“) bis fünf Sternen („Sehr gut“) bewerten. Bei weniger als fünf Sternen kann in vorgegeben Unterkategorien konkretisiert werden, welche Mängel es gibt. Etwa, dass der Unterricht zu langsam oder nicht spannend genug aufgebaut ist. Für jede Schule gibt es dann ein Ranking der „besten“ Lehrer.

Kooperation mit Lehrern und Pilotschulen
Laut den App-Machern wurde Lernsieg seit dem Start Mitte November 2019 bereits rund 400.000-mal heruntergeladen. Da man momentan mit einem Lehrergremium an einer Verbesserung der App arbeite und zudem in Gesprächen mit Pilotschulen ist, sei diese aber derzeit bis auf weiteres offline, erläutert Hadrigan im Gespräch mit krone.at.

Bei Lernsieg war aufgrund der zahlreichen Beschwerden - bis dato sind rund 40 Verfahren nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eingebracht worden - zwischenzeitlich das Geld knapp geworden, weshalb man im März eine Spendenkampagne startet, um die vielen Prozesse gegen Pädagogen finanzieren zu können.

Den Großteil davon habe man aber bereits gewonnen, so Hadrigan. Mittlerweile habe er allerdings Anwälte, die ihm in der Sache unentgeltlich helfen würden, so der mittlerweile 19-jährige Lernsieg-Gründer, der beklagt, dass neben seinem Unternehmen auch immer er persönlich geklagt werde.

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