Fünf Monate bedingt

Falsche Papiere für Wien-Attentäter: Urteil

Weil er versucht hat, falsche Papiere für den späteren Wien-Attentäter zu beschaffen, geriet ein Kosovare in den Dunstkreis des IS und als Terrorunterstützer in Linz vor Gericht. Für eine Verurteilung reichten die Beweise nicht aus: Freispruch vom Terrorvorwurf, fünf Monate wegen Urkundenfälschung. Nicht rechtskräftig.

Vermummte Justizwachebeamte und verschärfte Sicherheitskontrollen zeigten die Brisanz des Prozesses in Linz. Ging es doch, so die Anklage, um einen Mann, der im Dunstkreis des Attentates vom 2. November in Wien, bei dem vier Menschen starben, stehen soll.

Erst als er die Bilder des Attentäters Kujtim F. (20) gesehen habe, habe er erkannt, dass das der Mann ist, der bei ihm falsche Dokumente für die Ausreise in die Türkei bestellt hatte, sagt hingegen der Angeklagte (Verteidiger Michael Lanzinger), der nach einer Haftstrafe illegal in Österreich war. Vom IS-Hintergrund des Mannes habe er nichts gewusste. Das Geschäft mit einem Fälscher in Italien kam übrigens nicht zu Stande. Den Kontakt für Kujtim F. hat ein Mithäftling seines Bruders hergestellt.

„Er wollte ein Dokument und ich wollte Geld“
Die Staatsanwältin glaubt ihm nicht. „Eine Organisation wie der IS braucht eine gewisse Infrastruktur. Und die hat der Angeklagte versucht zur Verfügung zu stellen.“ Dieser hält ihr entgegen: „Er wollte ein Dokument und ich wollte Geld.“

Nach dem Urteil wurde der Kosovare enthaftet. Die fünf Monate hatte er bereits in der U-Haft verbüßt.

Von
Claudia Tröster
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Montag, 06. Dezember 2021
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