19.10.2021 17:31 |

Steirischer Landtag

Heiße Debatte um mehr Personal für Kindergärten

Am 13. November geht, wie vor wenigen Tagen in Wien, Kindergartenpersonal in Graz auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu protestieren. Bereits am Dienstag wird das Thema im steirischen Landtag heiß diskutiert. Für die Oppositionsparteien tut sich in diesem Bereich viel zu wenig, Landesrätin Juliane Bogner-Strauß verweist auf mehr Ausbildungsplätze und eines neuen „Verstärkungspool“. 

„Affront gegenüber ausgebildeten Elementarpädagogen“, „Anschlag auf die Bildungsinstitution Kindergarten“: Deftige Worte begleiteten im Vorjahr die Einführung einer Ausnahmeregelung, wonach Personen mit bestimmten pädagogischen Ausbildungen bereits nach einem 30-Stunden-Kurs in Kindergärten und -krippen aushelfen dürfen - wenn dort Personalnot herrscht.

Die Regelung ist auf zwei Jahre befristet - eine Garantie, wonach sie nicht verlängert wird, kann Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) im Landtag nicht geben. Abgeordnete Michaela Grubesa vom Koalitionspartner SPÖ schloss das später für sich aus. Die Zukunft ist also unklar, die Fakten liegen auf dem Tisch: Bisher wurden 121 Ansuchen auf solche Ausnahmen gestellt, davon 107 bewilligt (für 82 Personen) - in erster Linie für kurze Zeiträume, um spontane Personalengpässe zu überbrücken.

„Es ist bereits 5 nach 12!“
Bei grundlegenden Problemen in der Elementarpädagogik sei man im vergangenen Jahr keinen Millimeter weitergekommen, kritisierte Robert Reif (Neos), der die Dringliche Anfrage einbrachte. Bogner-Strauß sah das anders, verwies auf zwei neue Kollegs in Mureck und Hartberg (mit 36 Schülerinnen im ersten Jahr) und kündigte einen mit 2,9 Millionen Euro dotierten „Verstärkungspool“ ab nächstem Jahr an: Kindergärten können so für „Gruppen mit besonderen Herausforderungen“ (etwa im sprachlichen und integrativen Bereich) zusätzliches Betreuungspersonal beantragen.

Kleiner Gruppen sind nicht finanzierbar
Der Opposition ist das naturgemäß zu wenig. Denn große Würfe wie eine Reduzierung der Kinderhöchstzahl in den Gruppen seien laut Landesrätin nicht „von einem Tag auf den anderen“ möglich und finanzierbar. „Das große Ganze werde nicht angegangen“, ärgert sich etwa Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ). Sie vermisse die Leidenschaft bei Bogner-Strauß für das Thema. Ähnlich argumentiert Lara Köck von den Grünen. 

Von
Jakob Traby
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