06.10.2021 07:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Drakonische Strafen im Zug wegen falscher Tickets

Wer schon einmal Fahrkarten bei einem ÖBB-Automaten gekauft hat, weiß: Es gibt auf dieser Welt durchaus unkompliziertere Aufgaben. Ein Fehler kann da leicht passieren. Leider werden aber Passagiere, die ein falsches Ticket haben, genauso schwer bestraft wie jene, die gar keines haben. Ist das gerecht?

Einen Ausflug nach Wien wollte Familie H. aus Niederösterreich machen. Aus Umweltgründen entschied man sich für den Zug und ließ das Auto zu Hause stehen. Ausgerechnet beim Kauf des Tickets für die Großmutter passierte ein Fehler. Die besitzt zwar einen Pensionistenausweis, nicht aber die Vorteilscard Senior der ÖBB. Unwissend, was den Unterschied betrifft, kaufte die Familie dennoch ein „Seniorenticket“, das um 40 Cent billiger war.

Im Zug folgte große Unbill. „Sofort nach der Abfahrt kam der Kontrolleur und machte uns auf unseren Fehler aufmerksam. Wir wollten auch gleich das richtige Ticket zahlen, aber dies ließ er nicht zu und beharrte darauf, uns ein Strafmandat von 135 Euro auszustellen. Es kam dann noch ein zweiter Kontrolleur hinzu. Die ganze Situation war sehr unbehaglich, und meine Schwiegermutter bekam schon Angstzustände, da uns alle so strafend ansahen“, schildert Frau H. der „Krone“.

Auch für 1,30 Euro zu wenig gab es hohe Strafe
Ähnlich ist es Eveline T. aus Wien ergangen, die mit dem Zug nach Niederösterreich fahren wollte. Sie irrte ebenfalls beim Ticketkauf und bezahlte um 1,30 Euro zu wenig. Dafür erhielt sie im Zug eine Strafe über 105 Euro. „Alleine die Tatsache, mir zu unterstellen, ich hätte mir einfach 1,30 Euro ersparen wollen, finde ich schon sehr beleidigend und absolut nicht kundenfreundlich!“

ÖBB kam betroffenen Lesern entgegen
Teure Strafen für kleine Fehlbeträge - wenn man bedenkt, dass Schwarzfahren mit der gleichen Summe bestraft wird. In beiden Fällen haben die ÖBB nach Anfrage der Ombudsfrau immerhin angeboten, den Betroffenen Bahngutscheine über die Hälfte der jeweiligen Strafe auszustellen. Eine Bahnfahrt werden sich diese bei dem „Service“ in Zukunft wohl dennoch gut überlegen. Schade!

 Ombudsfrau
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