28.09.2021 19:00 |

Stadt Wien erklärt

Gebühren-Hammer: Warum zahlen wir so viel mehr?

Der Bundesländervergleich hat es gezeigt: Bei vielen Gebühren zahlt die Bevölkerung den Wien-Aufschlag: So ist Parken in der Hauptstadt doppelt so teuer wie in St. Pölten und Klagenfurt, bei Strom und Gas haben wir einen kostspieligen Stockerlplatz, und in Graz gibt es gar keine Hundeabgabe. Aber warum blechen wir so viel mehr? Das sind die Antworten der Stadt auf fünf brennende Fragen.

Warum ist Parken in Wien doppelt so teuer (2,20 Euro pro Stunde) wie in St. Pölten oder Klagenfurt (1 Euro)?
Am Kfz-Bestand liegt es, sagt das Büro von Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ): Der ist in Wien mit 899.709 Wagen deutlich höher als in St. Pölten (42.488) oder Klagenfurt (82.989). „Kurzparktarife in Wien haben eine wichtige Lenkungsfunktion“, heißt es. Und, falls Sie es noch nicht wussten: „Parkplatzsuchverkehr kann vermieden und damit die Lärm- und Abgasbelastung reduziert werden.“

Wieso ist Wien bei der Hundeabgabe (72 Euro pro Jahr) auf dem zweiten Platz der österreichweiten Teuerungsliste? In Graz bezahlt man für die Tiere gar nichts.
Auch hier ist es wie beim Parken: mehr Autos, mehr Kosten bzw. mehr Hunde, mehr Abgaben: In der Bundeshauptstadt leben 55.649 Vierbeiner. Von der Stadt heißt es weiter: „Die Hundeabgabe wurde seit zehn Jahren nicht verändert und ist in Wien deutlich geringer als in anderen deutschsprachigen Großstädten.“ Wie etwa in München (100 bis 800 Euro für Listenhunde) oder in Hamburg (90 bis 600 Euro für gefährliche Tiere. Verwiesen wird auf die 160 Hundezonen und das „Sackerl fürs Gackerl“.

Wasser ist nur in Graz teurer, kostet bei uns 1,92 Euro pro m³ und in Linz etwa nur 1,08 Euro. Warum?
„Gebühren ergeben sich aufgrund der entstehenden Kosten. Die dichte Besiedelung Wiens erhöht diese für den Leitungsbau und die Sanierung“, heißt es aus dem Büro von Hanke. Das Geld diene auch dem Erhalt der historischen Hochquellenleitungen.

Bei der Öffi-Jahreskarte liegen wir im Mittelfeld, der Einzelfahrschein ist dafür in fünf Bundesländern günstiger. Wieso dieser vergleichsweise hohe Tarif?
Das liegt freilich am großen Netz. „Wien hat eines der besten Angebote an Öffentlichem Verkehr weltweit“, heißt es von der Stadt. Das stimmt, allerdings mit mittlerweile merkbaren Verschleißerscheinungen: alte Wagenflotte, unklimatisierte Züge im Sommer, Dauerbaustellen, ewig lange Sanierungen usw.

Bei Strom und Gas gehören wir zu den teuersten Bundesländern. Warum?
Hier sagt die Stadt richtigerweise: „Das sind keine Gebühren. Der Strom- und Gaspreis unterliegt dem Marktpreis.“ Und wieso sind die Preise dennoch so enorm? Kurze Antwort: Weil die Wiener ihn freiwillig bezahlen. Wie Sie das ändern können, lesen Sie in den Spartipps demnächst.

Michael Pommer
Michael Pommer
Philipp Wagner
Philipp Wagner
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