21.09.2021 05:59 |

Bio-Landwirtschaft

Mit regionalem Fleischkonsum zu mehr Tierwohl

Von konventionellem Ackerbau mit Schweinehaltung zum nachhaltigen Bio-Bauernhof mit Rindern und Schafen: Georg Prantl fasste vor rund sechs Jahren den Entschluss, Tierwohl an erste Stelle zu setzen.

„Eine Umstellung auf Bio ist ein langwieriger Prozess, der im Kopf beginnt. Man muss ganzheitlich davon überzeugt sein, denn es verlangt neue Perspektiven, Know-how und Herzblut", so der Bio-Austria-Bauer Georg Prantl. Heute setzt er vor allem aus persönlicher Überzeugung auf maximale Freiheit und minimalen Eingriff in der Tierhaltung.

Seine Rinder und Schafe stehen, solange es das Wetter zulässt, auf der Weide, um zu grasen, wobei Kälber für acht Monate bei ihren Müttern bleiben. Geschlachtet wird erst nach rund zwei Jahren, und das nur, sofern Nachfrage besteht.

Konsumenten brauchen Aufklärung
Und das Interesse der Kunden ist groß: Aufgrund der transparenten Tierhaltung suchen viele Konsumenten eigenständig das Gespräch zu Prantl, der sein Rindfleisch ausschließlich direkt vermarktet.

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Früher hatte unsere Gesellschaft noch den Bezug zum Fleisch, das am Teller landet. Davon sind Konsumenten heute weit entfernt.

Georg Prantl, Bio-Landwirt

Dieser Entfremdung versucht der Bauer mit Aufklärungsarbeit entgegenzuwirken. Auch von Handel und Politik fordert Prantl eine verpflichtende und vor allem durchgängige Herkunftskennzeichnung ein.

Direkt beim Bauern einkaufen
Zur Leistbarkeit von Bio-Fleisch hat der Landwirt eine klare Meinung: „Maximales Tierwohl hat zwar einen hohen Preis, doch dieser lässt sich ganz einfach kompensieren, indem man so viel wie möglich direkt bei den Bauern einkauft. So fällt die Handelsspanne weg, während die Wertschöpfung in der Region bleibt.“ 

Interview: Bewusster Konsum statt Billig-Fleisch
Auch der stellvertretende Kammerdirektor der burgenländischen Landwirtschaftskammer, Franz Vuk, sieht nicht im Preis von heimischem Fleisch das Problem. Im Interview mit „Krone“ zeigt er auf, warum regionaler Konsum entscheidend für mehr Tierwohl ist.

„Krone Burgenland: Was ändert sich für Tiere, wenn Konsumenten Fleisch aus der Region kaufen?
Franz Vuk: Wenn Konsumenten auf heimisches Fleisch setzen, wird dementsprechend auch das Tierwohl vor Ort gefördert. Regionale Produktion ist in Österreich nämlich mit strengen Tierschutzauflagen verbunden.

Heimische Lebensmittel sind mitunter teurer als ausländische Produkte. Wie kann sich jeder heimisches Fleisch leisten?
Als Konsument darf man beim Vergleich von billigen und regionalen Produkten nicht die Wertigkeit von artgerechter Herstellung außer Acht lassen. Hier muss man differenzieren und dem Fleisch als Nahrungsmittel wieder die verdiente Wertschätzung entgegenbringen.

Was kann die Landwirtschaft selbst dazu beitragen, dass heimische Produkte für jeden Konsumenten leistbar sind?
Indem Aufklärungsarbeit praktiziert wird: Denn unleistbar ist kein heimisches Fleisch. Viel eher muss sich das Bewusstsein und das Wertempfinden der Gesellschaft verändern.

Die Zukunft gestalten wir!
Gemeinsam mit Ihnen, liebe Leser, will die „Krone“ unsere Heimat Österreich für alle nachhaltiger gestalten. Denn jede noch so kleine Tat kann unser aller Leben zum Positiven verändern - alle Storys zum Thema finden Sie aufkrone.at/zukunft.

Bianca Nastl
Bianca Nastl
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