12.09.2021 09:00 |

Partymeile Salzachufer

Die Jugend nimmt sich ihren Platz zum Feiern

Immer mehr junge Salzburger kehren den Clubs den Rücken. Viele von ihnen haben den Elisabethkai zu ihrem neuen Lieblingsplatzerl gekürt. Am Abend herrscht dort reges Treiben. Die „Krone“ hat herausgefunden warum.

Das Nachtleben in Salzburg pulsiert beim „Krone“-Lokalaugenschein am Freitagabend wie eh und je. Doch etwas ist anders als gewohnt. Gedränge herrscht zwar auch vor den Lokalen an den klassischen Partymeilen, doch der wahre Brennpunkt des Nachtlebens ist zurzeit das Salzachufer.

Zwischen Marko-Feingold-Steg und der Müllner Brücke feiern hier Nacht für Nacht hunderte Jugendliche – fernab von 2G-Kontrollen und langen Warteschlangen. „Hier zahlen wir keinen Eintritt und man kommt viel besser mit anderen Leuten ins Gespräch“, erklären uns die beiden Maturanten Felix und Theo.

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Salzburgs Fortgehszene ist definitiv ausbaufähig – in anderen Städten ist das Angebot viel attraktiver. Zurzeit ist wegen der Einlasskontrollen auch ein wahnsinniges Gedränge vor den Lokalen.

Gabriel (24) ist zwar nicht zufrieden, bleibt den Clubs aber treu.

Nadine ist fast jedes Wochenende am Salzachufer unterwegs. Sie findet: „Es ist einfach ein guter Platz zum Chillen. Reibereien gibt es zwar auch, aber die halten sich in Grenzen.“

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Ich komme lieber hierher, als lange in der Schlange zu stehen. Außerdem ist es hier auch unkomplizierter. Ich brauche keinen Test, kann anziehen was ich will und es ist immer gute Stimmung.

Ace (24) kommt gerne und oft zum Feiern an den Elisabethkai.

Auch die Polizei kann Party nicht verbieten
Die Polizei zeigt jedenfalls massive Präsenz. In Sechser-Trupps patrouilliert sie durch die Menschenmassen. Aber auch wenn sich viele Anrainer über Lärm und Müll beschweren, hat die Exekutive kaum Handhabe. Denn: Die Jugendlichen ohne gravierenden Grund wegschicken kann sie nicht. Aber in vielen Fällen fruchten auch Ermahnungen und gutes Zureden.

Verbieten will auch Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) vorerst nichts. „Es ist klar, dass die Jugendlichen ihren Freiraum brauchen, aber die Anrainer dürfen natürlich nicht darunter leiden“, appelliert er an ein rücksichtsvolles Miteinander. Während die einen also gerne ihre Nachtruhe zurück hätten, haben die Stammgäste am Elisabethkai ihren eigenen Wunschzettel.

Öffentliche Toiletten und Freiraum für junge Leute
Lisa wünscht sich öffentliche Toiletten am Salzachufer „und generell eine Stadt für junge Leute – wo man nicht unbedingt etwas kaufen muss, um willkommen zu sein.“ Viele fühlen sich unerwünscht, erzählt sie weiter, denn „hier wird oft kontrolliert!“ 

Die Polizei berichtet auf „Krone“-Anfrage jedenfalls von einem ruhigen Abend - nur kleinere Vorfälle habe es gegeben.

Benedict Grabner
Benedict Grabner
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