20.06.2021 08:45 |

Umgestaltung ab 2022

Der Rudolfskai verliert die Jugend

Ein breiterer Gehsteig, mehr Durchgänge hin zur Altstadt und eine neue Gastro-Landschaft: Das will die Stadt für den Rudolfskai. Vielmehr geht es aber um das Image der berühmt-berüchtigten Party-Meile. Durch die pandemiebedingte Gastro-Pause und einer Initiative von Hausbesitzern ergriff die Stadt die Gunst der Stunde.

„Man muss sich überlegen, wie man jungen Leuten kontrolliert die Möglichkeit gibt, einen netten Abend zu verbringen. Da sollte man schon für die breite Masse etwas anbieten“, sagt City Alm-Wirt Manfred Paulitsch im „Krone“-Gespräch. Er ist einer, der es wissen muss, bewirtete doch der Gastronom bereits vor der Pandemie-Pause die Party-Meute am Rudolfskai. Und er selbst sagt: „Ich glaube, der Rudolfskai ist nicht mehr das, was man von ihm gewohnt war.“ Jahrelang galt die nach Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn benannten Promenade als die Salzburger Fortgeh-Meile schlechthin. In die Schlagzeilen geriet sie meist negativer Natur: Streitereien, Raufereien, Polizeieinsätze. Die Stadtpolitik blieb im vergangenen Jahrzehnt nicht untätig: Von zeitweiser Videoüberwachung über eine neue Polizei-Stube im direkt daneben liegenden Rathaus bis hin zum Alkoholverbot. All das zeigte auch Wirkung.

Dann kam die Pandemie. Monatelang war der Rudolfskai verwaist - gerade in den Nächten ein unübliches Bild für die Passanten. Nun, kurz vor der Öffnung der Nacht-Clubs, ergriffen die Hausbesitzer am Kai die Gunst der Stunde, holten die Stadt ins Boot und präsentierten gemeinsam ein Konzept zur Neugestaltung des Kais.

Die Pläne: Ein bis zu 4,4 Meter breiter Gehsteig statt der bisherigen 2,1 Meter. Öffnung aller neun Durchgänge in die Altstadt – also durch die Häuser am Kai. Zurzeit sind nur zwei begehbar. Und, wohl das Haupt-Augenmerk, eine neue Gastro-Landschaft: In der Konzept-Vorstellung gingen die Wünsche nach Vinotheken, hippen Cafes, also moderne Lokale. Jedenfalls weg vom Schmuddel-Image. Und damit auch weg von allen Lokalen für ab 16-Jährige. Mit wenigen Ausnahmen: Die zwei Irish Pubs bleiben. Und offenbar auch die Sega Bar, die es dort seit 1997 gibt: „Als Urgestein des Rudolfskai sehen wir der Umgestaltung sehr freudig entgegen.“ Passieren soll dies 2022. Wie viel es kostet, ist noch nicht der Rede wert.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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