„Krone“ fragt vor Wahl

Wie sichern Sie die Pflege der Zukunft?

Vor der oberösterreichischen Landtagswahl am 26. September finden Sie hier Ideen und Konzepte der fünf wichtigsten Parteien zu Medizin und Pflege. Bei wem liegt die größte Kompetenz, hier etwas weiterzubringen?

Thomas Stelzer, ÖVP: „Oberstes Gebot ist, echte Wahlfreiheit zu sichern. Das heißt insbesondere, die Pflegeleistung im Familienverband zu erhalten. Daher soll es eine Aufzahlung auf das Pflegegeld geben, wenn Menschen zu Hause betreut werden. Außerdem einen Ausbau von Kurzzeit- und Tagespflege. Zudem muss es für pflegende Angehörige die Möglichkeit regelmäßiger Erholung geben. Die Einstufung von Demenz muss bei der Festlegung der Pflegestufe nach oben gesetzt werden. Um mehr Pflegekräfte zu gewinnen, wollen wir den Beruf für junge Menschen attraktiver machen.“

Birgt Gerstorfer, SPÖ: „Pflege braucht Liebe, Zeit und Geld. Den Ruhestand nach einem Leben voller Arbeit in Würde zu verbringen, muss für uns alle möglich sein. Für uns ist klar, dass Pflegekräfte mehr verdienen sollen und ihre Arbeit unter den besten Bedingungen möglich ist. Dazu fördern wir den Ausbau und die Individualisierung in Pflege und Betreuung. Die Pflege für künftige Generationen abzusichern, wird Geld kosten. Ich setze mich deshalb für eine Finanzierung durch eine Vermögenssteuer ein. Denn auch die Reichsten dieses Landes müssen einen fairen Beitrag zum Wohle aller leisten.“

Manfred Haimbuchner, FPÖ: „Die Gesundheitsvorsorge und -versorgung von heute entscheidet letztlich die Pflegedebatte von morgen. Jeder heute investierte Euro in die Gesundheit von Menschen im Jugendalter und im Erwerbsleben erspart uns morgen ein Vielfaches in der Pflege. Zum einen können Menschen dadurch gesünder als bisher alt werden, und zum anderen wird mehr Geld für qualitativ hochwertige Pflege frei. Damit diese wichtige Aufgabe gelingt, müssen die Verantwortlichen aber auch endlich entschieden gegen den Mangel an niedergelassenen Ärzten, speziell im ländlichen Raum, vorgehen.“

Stefan Kaineder, Grüne: „Für eine gesicherte Pflege brauchen wir unbedingt mehr Pflegekräfte. Das gelingt nur, wenn wir Bezahlung und Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern und diesen wichtigen und herausfordernden Beruf attraktiver machen. Es geht uns um gesicherte und gute Pflege. Daher muss sowohl die Finanzierung der Pflege auf neue Füße gestellt als auch noch stärker in Ausbildung und Umschulung investiert werden. Unbedingt gilt es, die mobile Pflege weiter auszubauen und pflegende Angehörige zu entlasten, die oft an die Grenze des Machbaren gehen.“

Felix Eypeltauer, Neos: „Es braucht einen Ausbau der Onlineangebote im Gesundheitsbereich. Aber auch eine bedarfsgerechte Pflege ist ganz zentral für uns. Ambulante Pflegestrukturen sollen Priorität vor Heimbetreuung haben und es älteren Menschen ermöglichen, noch länger selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Zudem fordern wir eine flächendeckende betriebliche Altersvorsorge als Teil der Pflegefinanzierung ebenso wie Pflegegeldzuschläge für Demenz- und Härtefälle. Demenz ist derzeit nicht im Pflegegeld berücksichtigt, weil diese nicht körperlich bedingt ist.“

Wasser predigen und Wein trinken?
Die parteipolitischen Lösungsansätze der oö. Spitzenkandidaten kennen wir nun. Aber wie halten es die großen Fünf mit diesem Thema - ganz persönlich? Wasser predigen und Wein trinken? Wir wollten wissen: Wie sorgen Sie vor, sollten Sie im Alter Pflege brauchen? Und in Sachen Medizin: Haben Sie eine private Gesundheitsversicherung abgeschlossen?

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Ich setze mich dafür ein, dass der Pflegeberuf für mehr Menschen attraktiv ist. Eine Zusatzversicherung habe ich.

Thomas Stelzer, ÖVP

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Als Landesrätin ist es mein Job, die Pflege der Zukunft auf Schiene zu bringen und viele von diesem tollen Beruf zu überzeugen.

Birgit Gerstorfer, SPÖ

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Selbst für die Zukunft vorzusorgen, ist in allen Lebensbereichen empfehlenswert, und nach diesem Grundsatz handle ich auch.

Manfred Haimbuchner, FPÖ

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Es muss das beste Gesundheitssystem für alle geben und die beste Pflege unabhängig von den finanziellen Mitteln.

Stefan Kaineder, Grüne

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Nachdem mein 30er näherrückt, mache ich mir Gedanken und investiere in verschiedene Anlageformen.

Felix Eypeltauer, Neos

Schließlich wollten wir im Zuge einer Umfrage von den Oberösterreichern selbst wissen, welchen Parteien sie die besten Ideen und Konzepte in diesem Bereich zuordnen (Mehrfachnennungen möglich).

 OÖ-Krone
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Montag, 27. September 2021
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