Am Montag begann die Anmeldung für das Kindergartenjahr 2011/12, doch die Politik schaffte es nicht, bis dahin die Karten auf den Tisch zu legen: Bleibt der Kindergarten weiter gratis oder fällt er dem Sparstift (900 Millionen Euro müssen die einzelnen Ressorts ja aufbringen) zum Opfer?
Am Donnerstag ersuchte die Familienlandesrätin Elisabeth Grossmann ihre Regierungskollegen, sie von der "Schweigepflicht" zu entbinden – mit Erfolg. Am Abend rückte sie dann mit der Wahrheit heraus.
Im Klartext heißt das, dass sozial Schwächere entlastet und besser Bemittelte zur Kasse gebeten werden. Das neue Modell soll im September in Kraft treten. "Kein Ressort ist davon ausgenommen, alle Ausgaben zu reduzieren, das trifft auch auf das derzeitige Kindergartenmodell zu", sagt Elisabeth Grossmann. Der Gratis-Kindergarten zählt zu den großen sozialen Errungenschaften der Steiermark. Lange war man von seiner Total-Abschaffung ausgegangen, die nunmehrige "Light-Variante" weicht die strikten Sparpläne des Landes etwas auf.
Dennoch führte die neue Lösung zum Gratis-Kindergarten am Freitag zu heftigen Reaktionen der Opposition. "Ich finde es enttäuschend und beschämend, dass der Gratis-Kindergarten nun zum Opfer des Sparbudgets wurde", meinte etwa Claudia Kürzl, die Vorsitzende der Jungen Generation Steiermark (SPÖ). Die FPÖ brachte indes bereits einen Antrag auf Beibehaltung des Gratis-Kindergartens in den Landtag ein. "Die Kosten sind unsozial und versperren den Bildungszugang - die Regelung verdient den Begriff 'soziale Staffelung' nicht!", wetterte Grünen-Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek. Und BZÖ-Chef Gerald Grosz zeigte sich schlicht "entsetzt".
Daten und Fakten
von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
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