19.08.2021 06:00 |

„Bestellungen“ aus Ö

Mit Babys gehandelt: Skrupellose Bande zerschlagen

Erschütternder Zugriff in der ukrainischen Hauptstadt: Fahnder zerschlugen in Kiew eine Bande, die mit Baby-Handel ein Vermögen gemacht - und über Leihmütter sowie Scheinehen unzählige Neugeborene nach Europa verkauft haben soll. Auch Möchtegern-Eltern aus Österreich seien auf der Kundenliste zu finden.

Das illegale Geschäftsmodell der skrupellosen Menschenhändler war ausgeklügelt und mehr als lukrativ: Die Bande köderte in verarmten asiatischen Regionen verzweifelte Frauen, die sich für ein wenig „Taschengeld“ befruchten ließen - und einer Scheinehe mit einem Strohmann im jeweiligen Zielland zustimmten. War das Baby schließlich auf der Welt, wurde im Namen der leiblichen Mutter und „Ehefrau“ eine Vollmacht ausgestellt, damit der vermeintlich leibliche Vater und Gatte das Kind ins Ausland holen darf.

Umgerechnet rund 60.000 Euro soll der Menschenhändlerring - laut ukrainischen Behörden - pro Baby verlangt haben. Allein 16 derartige „Geschäfte“ können der Bande nun eindeutig nachgewiesen werden. Unter anderem dank der Beweise, die im Zuge des von Interpol koordinierten Zugriffs in Kiew sichergestellt wurden.

Renommierter Gynäkologe unter Verdächtigen
Fünf Hauptverdächtige - darunter auch ein renommierter Gynäkologe - wurden verhaftet. Erschütternd: Die konfiszierten Dokumente (die Bande führte Buch über ihre Aktivitäten) belegen, dass die Kriminellen bereits rund 160 „Vorbestellungen“ aus ganz Europa hatten. Laut zuständigen Ermittlern auch aus Österreich.

Was ukrainische Behörden nicht verwundert: Aktuelle Zahlen der UN-Organisation für Migration besagen, das Österreich in Sachen Menschenhandel aus der Ukraine (Zwangsprostitution, moderne Sklaverei, Kinderhandel) das Exportland Nummer fünf ist ...

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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