Claire Santorelli von der Universität Chester hat fünf wildlebende Populationen von Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) in Zentralamerika, von Mexiko bis Panama, beobachtet. In diesen getrennten Gruppen hatten sich zum Teil örtlich verschiedene Verhaltensmuster entwickelt - nach der Definition der Forscher ein Zeichen von Tradition, wie sie im Online-Fachjournal "PLoS ONE"berichten.
Sieben der insgesamt 22 unterschiedlichen Gebräuche betreffen den Speiseplan der Tiere: Manche Blätter oder Früchte werden etwa nur in einigen Gruppen verzehrt, obwohl sie überall reichlich vorkommen. Andere voneinander abweichende Sitten sind etwa die Art zu trinken, sich die Hände zu lecken oder auf zwei Beinen zu gehen.
Andere Herkunft, andere Sitten
Neun der beobachteten lokalen Sitten bezogen sich direkt auf das soziale Zusammenleben der Tiere. Zum Beispiel die Art, sich gegenseitig zu putzen, einem Jungtier von Ast zu Ast zu helfen oder sogar den Kuss, der nur in zwei der fünf Gruppen häufig vorkam. All diese Verhaltensweisen werden durch Lernen in der Gruppe weitergegeben.
"Klammeraffen ähneln Schimpansen und auch uns selbst in vielfacher Weise. Sie leben in sozialen Gruppen, die sich ständig umordnen", sagt Claire Santorelli. "Ständig spalten sich Untergruppen ab oder finden sich wieder zusammen." In dieser Situation seien Traditionen vermtulich von Vorteil, schreiben die Forscher. Sie würden helfen, die Mitglieder der Gemeinschaft zu erkennen und sie insgesamt zu stärken. "Bei vielen Tiergruppen wurden bereits soziale Traditionen beobachtet. Ihr Studium könnte helfen zu verstehen, wie sich die menschliche Kultur entwickelte."











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