Vielmehr soll durch den Rückgriff auf unbezahlte Überstunden, die Einschränkung von Weiterbildung in der Dienstzeit und eventuell bei Doppelbesetzungen im Unterricht gespart werden.
Mehr Pflichtschüler, weniger Lehrer
Pflichtschullehrer werden zwar von den Ländern beschäftigt, allerdings vom Bund anhand eines auf Schülerzahlen und Zuschlägen etwa für Kleinschulen oder Sprachförderung basierenden Stellenplans bezahlt. Dieser liege meist erst gegen Mitte des Schuljahrs vor, davor behelfen sich die Länder mit einem provisorischen Plan. Wien vergab heuer deshalb 80 Lehrer-Stellen zu viel - da diese nun innerhalb eines halben Schuljahrs wieder hereingebracht werden müssen, müssen 160 Vollzeitäquivalente eingespart werden.
Im Stadtschulrat ist man mit dem System dieser Lehrerbezahlung nicht glücklich: "Es ist natürlich nicht günstig, wenn wir das jetzt erfahren." Dazu komme, dass Wien heuer zwar mehr Pflichtschüler, dafür aber weniger Lehrer zugewiesen bekommen habe. Daher hofft man noch auf Änderungen bei den Zuschlägen, wie es etwa Oberösterreich im Vorjahr gelungen sei.
"Es wird kein Unterricht entfallen"
Negativ ausgewirkt habe sich heuer auch eine stärkere Grippewelle und viele Langzeit-Krankenstände, so der Stadtschulrat. Von der Gesamtdimension sei das Problem aber bewältigbar: Bei 12.000 Lehrern liege der nun einzusparende "Übergenuss" bei rund einem Prozent. "Es wird kein Unterricht entfallen."
Spüren sollen die Einsparungen primär die Lehrer. Einerseits sollen die bezahlten Überstunden zurückgefahren und stärker auf die im Dienstrecht vorgesehenen unbezahlten Mehrdienstleistungen im Ausmaß von 20 Stunden pro Jahr zurückgegriffen werden. Diese würden derzeit nicht bei jedem Lehrer voll ausgeschöpft. Stark eingeschränkt werden soll auch der Besuch von Weiterbildung in der Unterrichtszeit - dadurch müssen weniger Stunden suppliert werden.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, könnten laut Stadtschulrat sogenannte Doppelbesetzungen in bestimmten Fächern zurückgefahren werden. So sei es etwa nicht nötig, wenn in Physik zwei Lehrer in der Klasse stehen.
Kritik von VP: Rotstift statt Bildungsoffensive
Kritik übte die Wiener Volkspartei: Sie sieht statt einer Bildungsoffensive den "Rotstift regieren" und fordert, die für das Büro des neuen Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung, Alexander Van der Bellen (Grüne), reservierten rund 200.000 Euro (siehe Infobox) in das Schulwesen umzuleiten.










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