Dauernd nur 100 km/h

Tempolimit auf der "Süd" verärgert die Autofahrer

Kärnten
23.02.2011 22:53
Um den "Feinstaub-100er" herrscht wieder dicke Luft! Das umstrittene Tempolimit nach dem "Immissionsschutzgesetz" (IG-L) ist auf der Autobahn bei Klagenfurt zur Dauereinrichtung geworden. Weil in den Wintermonaten die Luftgüte in der "Feinstaub-Hochburg" katastrophal ist, gilt die 100-km/h-Beschränkung ganze 16 Stunden lang pro Tag. Autofahrer fühlen sich gepflanzt.

Steigt die Schadstoffbelastung, wird das Tempolimit von 130 auf 100 km/h reduziert – damit soll die Luftgüte verbessert werden. Für viele Autofahrer ist die Maßnahme direkt neben dem stark mit Emissionen belasteten Flughafen aber ein Schildbürgerstreich. Egal, ob man mit Elektroauto, Hybridwagen oder stinkendem Alt-Lkw unterwegs ist – wer sich nicht an das "IG-L" hält, muss zahlen.

Strafgelder fließen nicht in Umweltschutz
Würden die Strafgelder, welche die Landeshauptstadt damit lukriert, für Umweltschutzmaßnahmen eingesetzt werden, wäre das "Abstrafen" für einige noch nachvollziehbar. Aber obwohl die "Krone" aufgezeigt hatte, dass die Gelder – anders als von der EU vorgesehen – anderweitig verwendet werden, hat man im Rathaus nicht reagiert. "Das Geld fließt weiterhin in den Straßenbau. Das Ganze ist total widersinnig", klagt Umweltstadträtin Andrea Wulz.

Was am Tempolimit skurril ist
Skurril ist am "Feinstaub-100er" auch das Verfahren zur Festlegung des Tempolimits. Die Luftgütedaten des Landes, Wetterdaten sowie Zahlen über das aktuelle, aber auch das prognostizierte Verkehrsaufkommen auf der Autobahn fließen in der Leitzentrale der "Asfinag" in Wien zusammen. Ein Computer berechnet dann, wann die Überkopfwegweiser auf 100km/h umschalten. Und das geschieht auch, obwohl die Luftgüte in Ordnung ist. "Es wird versucht vorauszusagen, wie sich die Belastung entwickelt. Das ist zu hinterfragen", meint Thomas Jank vom ARBÖ.

Weil Klagenfurt besonders im Winter ein Feinstaub-Problem hat, galt der "Luft-100er" im Dezember und Jänner im Schnitt ganze 16 Stunden lang pro Tag. Im Februar sind es 14,7 Stunden. Statt der aufwändigen und teuren "Öko-Regel" fordern Experten jetzt effizientere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftgüte.

von Thomas Leitner, Kärntner Krone

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