23.07.2021 11:40 |

Besuch nach 31 Jahren

Chinas Präsident Xi reiste überraschend nach Tibet

Chinas Präsident Xi Jinping ist überraschend nach Tibet gereist. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs seit über drei Jahrzehnten. Der staatliche Fernsehsender CCTV zeigte am Freitag, wie Xi beim Verlassen seines Flugzeugs am Flughafen von Nyingchi im Südosten Tibets eine Menschenmenge mit chinesischen Flaggen und traditioneller tibetischer Kleidung begrüßte. 

Der Staatschef war bereits am Mittwoch in der völkerrechtlich umstrittenen Region angekommen, ohne dass dies offiziell angekündigt wurde. Zuletzt war Präsident Jiang Zemin im Jahr 1990 dort gewesen. Xi war bereits zwei Mal auf offizieller Reise in Tibet: 1998 als Parteichef der Provinz Fujian und 2011 als Vizepräsident.

China investiert enorme Summen in Tibet
Peking gibt an, Tibet 1951 „friedvoll befreit“ und dann Infrastruktur und Bildung in die unterentwickelte Region gebracht zu haben. Heute investiert China enorme Summen in die wirtschaftliche Entwicklung Tibets.

Die Autonomie- und Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter unterdrückt Peking weiterhin.

Fakten

Tibet hat seit Jahrhunderten ein angespanntes Verhältnis zu China. Nach phasenweiser Unabhängigkeit hatte China immer wieder die Kontrolle über die Bergregion übernommen. 1951 besetzte die Volksrepublik das Gebiet und kontrolliert die autonome Region und die angrenzenden Provinzen bis heute mit harter Hand. 1959 kam es zum Aufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, floh daraufhin nach Indien und gründete in Dharamsala die tibetische Exil-Regierung. Viele Exil-Tibeter werfen der chinesischen Regierung vor, ihre Kultur und Religion gewaltsam zu unterdrücken. Zuletzt war es 2008 zu Unruhen mit vielen Toten gekommen.

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