Kaufhausjongleur

Goldenes Quartier: Benkos Poker mit Louis Vuitton

Wien
18.07.2021 06:00

Das Goldene Quartier in der Wiener Innenstadt, in dem die Signa-Gruppe von Kaufhausjongleur René Benko 20 internationale Luxusmarken untergebracht hat, droht laut Brancheninsidern seinen wohl mit Abstand prominentesten Mieter zu verlieren: Das französische Luxuswarenunternehmen Louis Vuitton könnte in Wien einige Meter weiterwandern und seine feinen Waren in absehbarer Zeit in einem anderen Prunkbau der Inneren Stadt feilbieten.

Hintergrund: Ein 2012 abgeschlossener Mietvertrag läuft demnächst aus, laut Szenekennern gilt eine Verlängerungsoption nur bis Ende Juli – in den nächsten Tagen, so besagen es Marktgerüchte, soll es zu Verhandlungen in Paris kommen. Die Louis Vuitton Gruppe habe dennoch bereits einen Mietvertrag für das Wüstenrot-Haus unterschrieben.

Illustre Schar an Beratern
Brisant ist der Deal auch insofern, da der Milliardenkonzern Louis Vuitton offenbar in jenes Gebäude übersiedeln möchte, in dem bis Anfang Juni noch das Delikatessengeschäft Meinl am Graben seinen Haupteingang hatte – Wiens größter Feinkostladen wird derzeit umgebaut und verkleinert, um für ein weiteres Geschäft Platz zu schaffen.

Dieses Haus wiederum steht im Besitz der Wüstenrot, bei der die ehemalige Vizekanzlerin Susanne Riess seit 2004 als Generaldirektorin fungiert. Riess sitzt jedoch seit Jahren auch im Beirat der Signa-Gruppe, in dem der Vorsitzende Benko seit Langem eine illustre Schar an Beratern wie Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer oder Ex-Raiffeisen-Bank-International-Chef Karl Sevelda um sich versammelt hat.

(Bild: FOLTIN Jindrich/APA-Picturedesk)

Unabhängig davon berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Montags-Ausgabe großformatig, dass René Benko „ein Riesenrad drehe“ und sein Geschäftsmodell – offenbar mit Blick auf die Warenhandelssparte rund um Galeria Karstadt Kaufhof – „durch die Pandemie ins Wanken geraten“ sei.

Bei Signa gibt es einen neuen „starken Mann“
Signa-intern, so besagen es Branchengerüchte, dürfte in den letzten Monaten übrigens der langjährige Vorstand Christoph Stadlhuber ein wenig an Rückhalt verloren haben. Stadlhuber war vor seinem Engagement in der Benko-Gruppe Chef der Bundesimmobiliengesellschaft. Als neuer starker Mann in der Signa gilt neuerdings Timo Herzberg, CEO der deutschen Immobilienaktivitäten.

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