13.07.2021 08:04 |

Unfälle in den Bergen

Tödliche Alpinunfälle: „Selbstüberschätzung tötet“

Drei Todesfälle ereigneten sich am vergangenen Wochenende in den Kärntner Bergen. In allen Fällen stürzten erfahrene Bergfexe in die Tiefe. Auch wenn die Ausrüstung passt, ist das Wetter oft ein Problem. Bergretter Rudolf Leeb sprach mit der „Krone“ über richtiges Verhalten, nasse Felsen und wichtige Knoten.

Am Roten Schopf (Schobergruppe) verunglückte eine Deutsche (30) vor den Augen ihrer Kameraden, am Plöckenpass bezahlte ein Italiener (66) eine Hilfsaktion ohne Sicherung mit dem Leben, am Salzkofel bei Sachsenburg rutschte ein Spittaler (73) auf einer nassen Felsplatte ab.

Wetter richtig einschätzen
„Immer mehr Leute zieht es in die Berge, wo es auf Klettersteigen und Alpinrouten geradezu wuselt. Auch die erfahrensten Kletterer und Wanderer vergessen dabei manchmal auf lebensrettende Details wie Knoten im Seil, korrekte Sicherung und das Wetter“, weiß Rudolf Leeb, der mit seinen Kameraden aus den Nockbergen im Dauereinsatz steht. „Oft sind Alpinfans schlecht vorbereitet, haben die Tour nicht richtig durchgeplant. Wer den eigenen körperlichen Zustand ignoriert oder etwa die Kletterwand falsch einschätzt, gerät schnell in Panik“, sagt Leeb, dem alle drei erwähnten tödlichen Unfälle bekannt sind. Die Deutsche musste einem Schneefeld ausweichen und suchte Halt an einem losen Felsen. Der Spittaler hat die Wettersituation falsch eingeschätzt. „Auch wenn es sonnig ist, kann ein vorab niedergegangener Schauer für verhängnisvolle Situationen sorgen“, warnt Leeb.

Der Bergretter rät Alpinisten - auch erfahrenen - immer an folgende Punkte zu denken: „Niemals entsichern, nie auf den Knoten im Seil vergessen, Flüssigkeit mitführen!“

Peter Kleinrath
Peter Kleinrath
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