Unglück am Rhein
Leichenfund bei spektakulärer Schiffsbergung
Nachdem das auf der Seite liegende Schiff im Zuge der Bergung angehoben und aufgerichtet worden war, konnte erstmals der Wohnbereich des Tankers untersucht werden. Aus diesen völlig zerstörten Räumen sei die Leiche geborgen worden. Zwei der vier Bootsleute waren nach dem Unfall beim Loreley-Felsen am 13. Jänner gerettet worden.
Da wegen der 2.400 Tonnen Schwefelsäure an Bord immer wieder Explosionsgefahr bestand, verzögerte sich die Bergung. Bis auf eine Restmenge von etwa 100 Tonnen war in der vergangenen Woche die gesamte Schwefelsäure aus dem Tanker in den Fluss bzw. auf ein anderes Schiff gepumpt worden.
Am Sonntag war zunächst Flusswasser aus den Tanks des Schiffs abgepumpt worden, sagte ein Sprecher des Pressezentrums "Havarie Loreley". So bekam die "Waldhof" Auftrieb. Anschließend wurde der Tanker per Kran wieder aufgerichtet und ans Ufer gezogen.
Stau auf dem Rhein
Der Unfall löste einen großen Stau auf dem Rhein aus. Hunderte Schiffe mussten flussaufwärts der gesperrten Unfallstelle auf die Weiterfahrt warten. "Solch eine Situation hat es hier seit Jahrzehnten nicht gegeben", so ein Sprecher des Schiffahrtsamtes in Bingen. "Manche Schiffseigner kämpfen derzeit um ihre Existenz."
Die Ursache des Unglücks ist nach wie vor unklar. Das deutsche Schiff hatte seine Fahrt bei der BASF in Ludwigshafen begonnen und war rheinabwärts ins belgische Antwerpen unterwegs.
Säure hätte Rhein zum Kochen bringen können
Schwefelsäure zählt zu den aggressivsten Säuren und ist einer der wichtigsten Grundstoffe für die chemische Industrie. Besonders problematisch hätte es laut Martin Keller, Chemiker von der deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz, werden können, wenn die gesamte Ladung beim Auseinanderbrechen des Schiffes auf einmal ausgetreten wäre. Dies hätte dazu führen können, "dass der Rhein an dieser Stelle sogar kocht."











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