"Besetzer"-Problem

Alpenkönig: Hypo Alpe Adria hilflos bei der Haus-Räumung

Kärnten
13.02.2011 11:47
Die verstaatlichte Hypo Alpe Adria hat ein Malus von 20 Milliarden Euro aufzuarbeiten! Auch in Tirol gibt es Baustellen. Dazu zählt das Hotel Alpenkönig: Dessen Personalhaus 3 steht im Eigentum der Bank. Man hat jedoch Probleme, die Liegenschaft in Besitz zu nehmen. 20 Ex-Alpenkönig-Mitarbeiter entpuppten sich als Besetzer.

Mietrechtsexperten der Uni Innsbruck machen jedem ihrer Jus-Studenten gleich zu Beginn ein wichtiges rechtliches Faktum klar: Das Mietgesetz ist wahrlich ein "Mieterschutzgesetz". Vermieter haben auf der rechtlichen Spielwiese wenig zu lachen. Sie haben mit Kosten zu kämpfen und müssen damit rechnen, ihre Liegenschaften lange Zeit in fremden Besitz zu geben - auch wenn weder Mieteinnahmen oder Mietverträge existieren. Das Gesetz schützt hier die vermeintlich Schwachen vor den (angeblichen) Starken.

In ebensolcher Bredouille sitzt derzeit auch die Kärntner Hypo Alpe Adria: Das Geldinstitut ist Eigentümer einer Liegenschaft des insolventen Hotelbetriebes Alpenkönig in Reith bei Seefeld. Dieses Haus diente jahrelang als Personalhaus. Alpenkönig-Chef Udo Wanner verkaufte die Liegenschaft 2002 an die Hypo und leaste diese sogleich zurück. Bald geriet Wanner jedoch mit seinen Leasingraten ins Stocken. Fast eine Million Euro Raten-Schuld häufte sich an. Und nach dem Konkurs des Alpenkönig im Oktober 2010 übernahm die Hypo Alpe Adria ihre Liegenschaft wieder.

"Mieter" weigern sich, auszuziehen
Doch von Übernahme kann bis dato wohl eher wenig die Rede sein: Neben den Realbeständen musste die Bank scheinbar auch die "Mieter" übernehmen. Sie wohnen seit Jahren ohne Mietverträge in dem Haus und weigern sich nun, auszuziehen. "Räumungsklagen wurden nun versandt", so Dominic Köfner von der Hypo. Die Bank ist an einer gütlichen Lösung interessiert. Doch eine solche sollte möglich rasch passieren, den es gilt: Zeit ist Geld!

Seit Kurzem gibt es ein neues Problem: Die "Hausbesetzer" heizen mit externen Radiatoren. Durch die dadurch entstehende Brandgefahr droht der Hypo die Versicherung abzuspringen.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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