Es war eine Odyssee, wie sie für die Angestellte Dorothea G. (50) aus St. Veit, kaum ärger sein hätte können. Ihr Gatte Helmut (55) schildert: "Um 3.30 Uhr stürzte meine Frau in unserem Haus und prallte mit dem Kopf gegen eine Steinplatte. Sie klagte über starke Kopfschmerzen und blutete hinter dem Ohr."
Helmut G. rief die Rettung. "Die verwies mich an den diensthabenden Arzt und gab mir dessen Handynummer", erinnert sich G. Der Anruf bei diesem Mediziner half auch nicht weiter. "Der Arzt lehnte einen Hausbesuch ab und verwies mich seinerseits an die Rettung", erzählt Dorothea G.
Also neuerlich Anruf auf "144", nach endlos langer Wartezeit kam die Rettung und lieferte die Verletzte ins St. Veiter Spital. "Dort wurde meine Frau kurz untersucht und bekam ein Pflaster auf die Wunde. Das war's", so Helmut G. Weil die Rettung nicht für Heimtransporte zuständig ist und kein Taxi verfügbar war, musste das Ehepaar zu Fuß nach Hause gehen.
"Das war ein Fehler, der nicht passieren sollte"
Doch die Kopfschmerzen wurden schlimmer. Helmut G.: "Am Neujahrstag brachte ich meine Gattin ins Klagenfurter Unfallkrankenhaus." Die Diagnose: zwei gebrochene Halswirbel! Dorothea G. wurde sofort stationär aufgenommen. Der St. Veiter Primar Dr. Jörg Tschmelitsch räumt im "Krone"-Gespräch ein: "Der diensthabende Kollege hat es verabsäumt, ein Röntgen zu machen. Das war ein Fehler, der nicht passieren sollte und der uns sehr leid tut."
Der Fall liegt beim Patientenanwalt und demnächst beim Staatsanwalt. Der Notarzt, der nicht kam, und das Spital werden angezeigt.
von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"









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