"Reine Abzocke"?

Heftiger Streit um Radler-Maut auf den Glockner entbrannt

Österreich
11.02.2011 09:59
Der Großglockner und die hochalpine Straße bis zur Franz-Josefs-Höhe - das ist ein wichtiges Stück Nationalstolz der Österreicher. Internationale Radrundfahrten und der begehrte Titel "Glocknerkönig" haben zu dieser alpinen Legende beigetragen. Jetzt spalten fünf Euro Maut für Pedalritter Politik und Pedalritter in Salzburg.

Die Salzkruste vom Schwitzen im Gesicht, der glückliche Grinser von einem Ohr zum anderen und die brennenden Oberschenkel - dieses Gefühl kennt nur, wer das Fuscher Törl von Bruck aus schon mal aus eigener Kraft geschafft hat. Die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) hat aber nun in ein Wespennest gestochen, als klar wurde, dass ab der Öffnung des legendären Asphaltbandes im Frühling 2011 auch Radfahrer fünf Euro Maut bezahlen sollen. Allerdings nur jene, die zwischen 9 und 15 Uhr die 1.330 Höhenmeter und 12,5 Kilometer von der Mautstelle in Ferleiten - aus Salzburger Sicht - aus in Angriff nehmen.

Diskussion um Sicherheit vs. Abzocke
"Ich nenne das Abzocke und total unüberlegt. Das Argument der Sicherheit wird vorgeschoben. Wenn ab 9 Uhr Geld verlangt wird, werden noch mehr Radfahrer zur gleichen Zeit los fahren. Das ist gefährlicher als vorher", argumentiert Günther Jölli, Sektionsleiter beim Polizeisportverein Salzburg.

Der Widerstand formiert sich auch professionell. So haben auf der Website der "Salzburger Verkehrsplattform" bereits über 2.000 Menschen die Protest-Resolution "Nein zur Radlermaut am Großglockner" unterschrieben. Und auch auf sozialen Netzwerken regt sich bereits Widerstand gegen die Radler-Maut. "Auf Facebook gibt es die Gruppe 'Maut am Glockner verhindern'  mit fast 400 Mitgliedern", sagt Alexander Trauner, Hobby-Radfahrer. Er fährt die Strecke mehrmals im Jahr, wie 25.000 andere Radler auch.

Politik unterstützt Maut-Gegner
Dass die Großglockner Hochalpenstraßen AG die Maut für Radfahrer als Sicherheits- und Servicepaket verkaufen wollte, ärgert die Sportler am meisten. "Eine Schande! Damit ist der Glockner für mich gestorben und zwar aus Prinzip", postet zum Beispiel Michael Bischof auf Facebook. Die Verkehrsplattform Salzburg hat inzwischen über 1.000 Unterschriften gegen die Maut gesammelt - die Politik schlägt sich auf die Seite der abgasfreien Zweiräder. Sportreferent David Brenner und Günther Jölli sind sich einig: "Wenn das Schule macht, verlangt man bald überall Geld von den Radfahrern!"

Kronen Zeitung und krone.at

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