04.07.2021 17:07 |

Proben beschlagnahmt

Reiswein auf Beerdigung war gepanscht: Elf Tote!

Bei einer Beerdigung in Kambodscha sind elf Dorfbewohner an mutmaßlich gepanschtem Reiswein gestorben. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurden zehn weitere Teilnehmer der Beerdigung in der Küstenprovinz Kampot ins Krankenhaus eingeliefert - sie hatten ebenfalls von dem selbst gebrannten Alkohol getrunken. Nach Angaben der Polizei litten die Betroffenen unter Schwindelgefühlen. Proben von dem Reiswein sollen nun untersucht werden.

Selbst hergestellter Reiswein ist im ländlichen Kambodscha bei Hochzeitsfeiern, Dorffesten und Beerdigungen eine billige und beliebte Alternative zu kommerziell hergestellten Getränken. Da die Herstellung des Alkohols nur selten kontrolliert wird, kommt es immer wieder zu Methanolvergiftungen auf Feiern.

Allein in den vergangenen zwei Monaten starben mehr als 30 Menschen bei drei voneinander unabhängigen Vorfällen, nachdem sie selbst gebrannten Alkohol getrunken hatten. Die Getränke enthielten Methanol - eine hochgiftige Flüssigkeit, die zu Blindheit, Leberschäden und bei größeren Mengen zum Tod führen kann.

Im vergangenen Monat wurden mindestens 15 private Reisweinhersteller und -verkäufer verhaftet. Das Gesundheitsministerium rief die Menschen erneut dazu auf, den Konsum von selbst gebranntem Alkohol zu vermeiden.

Schlag gegen Likörmafia in Indien nach 35 Toten
Im nordindischen Staat Uttar Pradesh sind indes gut einen Monat nach einer Tragödie um gepanschten Alkohol mit mindestens 35 Toten 27 Hauptverdächtige, darunter auch Eigentümer der Brauereien, in denen der giftige Alkohol gepanscht wurde, verhaftet worden. Sie müssten mit Anklagen rechnen, sagte der regionale Polizeichef Kalanidhi Naithani am Sonntag.

In einem Monat sei es der Polizei gelungen, einen 15 Jahre alten illegalen Likörhandel zu zerschlagen, betonte Naithani. So seien auch Bankkonten eingefroren und Immobilien sowie Vermögen von umgerechnet 13,5 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Den Verdächtigen drohen bei Schuldspruch Haftstrafen zwischen zwei und zehn Jahren, wie es hieß.

Ende Mai waren im Distrikt Aligarh in Uttar Pradesh mindestens 35 Einwohner mehrerer Dörfer sowie Fernfahrer nach dem Genuss des gepanschten Alkohols gestorben. Die Zahl der Toten könne sich um weitere 71 Opfer erhöhen, die medizinische Bestätigung dafür stehe aber noch aus, zitierten lokale Medien Regierungsbeamte.

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