25.06.2021 13:40 |

Nach Kritik an Reform:

Weitere 2200 Stunden für Wiener Härtefall-Schulen

Nach viel Ärger über das neue System der Lehrerzuteilung für Pflichtschulen in Wien stockt die Stadt die Ressourcen auf. Schulstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) stellte am Freitag in einer Pressekonferenz zusätzlich 2200 Wochenstunden in Aussicht. Über deren Einsatz soll demnächst in den Gesprächen mit den Schulen entschieden werden. Wiederkehr bekräftigte zugleich seine Forderung an den Bund nach 1000 neuen Lehrerstellen.

„Es gab viele Betroffene, die traurig sind, dass es weniger Ressourcen an einem Schulstandort gibt“, berichtete Wiederkehr. Mit den zusätzlichen Kapazitäten sollen hier nun Härtefälle „abgemildert“ werden. Rein rechnerisch ergeben sich aus der Aufstockung durch die Stadt rund 100 neue Posten, wobei es auch möglich ist, dass vorhandene Lehrkräfte zusätzliche Stunden erhalten.

Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen, sieht Wiederkehr nicht: „Das Personal dafür werden wir finden“, zeigte er sich zuversichtlich. Am grundsätzlichen System der Stellenplan-Reform, mit der die Lehrerzuteilung neu geregelt wird, will Wiederkehr jedoch festhalten, wie er betonte.

Weniger Lehrer an rund 100 Schulen befürchtet
Das vielfach kritisierte neue System sieht vor, dass Schulen ein Basiskontingent erhalten, das auf der Zahl der Klassen und einem Zuschlag pro Schüler beruht. Für größere Klassen bekommt eine Schule damit mehr Posten. Für Unmut sorgte nun, dass durch die Systemumstellung viele Schulen ab Herbst mit weniger Lehrerposten dastehen als bisher. Rund 100 der 500 Schulen sollen davon betroffen sein, hieß es zuletzt.

Nun sollen die Einschnitte weniger deutlich ausfallen, wobei Wiederkehr festhielt, dass es deshalb „nicht überall ein Plus“ geben wer. Man wolle sich Härtefälle aber jedenfalls ansehen. Die Schulqualitätsmanager - also die ehemaligen Schulinspektoren - würden nun mit den betroffenen Schulen das Gespräch suchen. Auch der Ressortchef selbst wird kommende Woche einen weiteren Termin dazu anberaumen, wie er ankündigte. Wie die neue Verteilung nun genau aussehen werde, könne vor diesem Prozess noch nicht exakt gesagt werden, hieß es.

Mehr Mittel vom Bund gefordert
Wiederkehr bekräftige auch seine Forderung nach mehr Geld vom Bund: „Ich bin dafür, dass wir für Wien noch mehr Ressourcen bekommen.“ Zudem forderte er einen österreichweiten Chancenindex. Darin würden etwa auch Bildungs­hintergrund der Eltern und die Alltagssprache der Kinder einfließen. Ein solcher würde Wien helfen, die Schulen besser zu unterstützen. Nötig seien 1000 zusätzliche Lehrer.

Matthias Fuchs
Matthias Fuchs
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