20.06.2021 11:23 |

Homeoffice als Grund

Kleingemeinden stärker gewachsen als Städte

Erstmals seit Langem sind im Vorjahr die kleinen Gemeinden stärker gewachsen als die größeren Städte. Überdurchschnittlich zugelegt haben demnach - neben der Hauptstadt Wien - die Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern. Besonders groß war das Bevölkerungsplus der Kleingemeinden in Oberösterreich und Tirol. Die Landeshauptstadt Innsbruck hat dagegen Einwohner verloren.

Als einen Hintergrund vermutet Johannes Klotz vom Meinungsforschungsinstitut OGM die starke Verbreitung von Homeoffice in der Coronakrise. Er verweist darauf, dass sich der Bevölkerungszuwachs im Vorjahr damit erstmals seit 20 Jahren nicht mehr vorwiegend auf die größeren Städte konzentriert, sondern auf die Kleingemeinden.

Sollte das eine Trendwende darstellen, müssten Politik und Raumplanung rasch aktiv werden, um die nötigen Konsequenzen für Verkehrsplanung und Klimaschutz zu ziehen: „Ganz wesentlich ist dabei der Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen, denn ohne entsprechende Anbindung wird auch das günstigste Öffi-Ticket nicht genutzt werden.“

Geburtenbilanz kippte 2020 ins Minus
Insgesamt ist Österreich im Vorjahr um 31.600 auf 8,9 Millionen Menschen gewachsen. Diese Zahlen hat die Statistik Austria bereits Ende Mai veröffentlicht. Getragen haben das Wachstum fast ausschließlich die 40.046 Zuwanderer. Denn die Geburtenbilanz kippte 2020 ins Minus: im Coronajahr sind in Österreich 7996 Menschen mehr gestorben als zur Welt gekommen.

Wie die Detailauswertung auf Gemeindeebene nun zeigt, haben die größeren Gemeinden ab 20.000 Einwohnern vom Bevölkerungszuwachs kaum profitieren können. In den Kleingemeinden sind 3,9 neue Bewohner pro 1000 Einwohner dazugekommen - deutlich mehr als in den drei Jahren davor (2,7). Besonders stark zugelegt haben die kleinen Gemeinden in Tirol (5,8) und Oberösterreich (5,4 neue Bewohner pro 1.000 Einwohner).

Friedrich Schneeberger
Friedrich Schneeberger
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