Erste große Runde

FPK-Klubchef sieht "Schatten" über Ortstafeldebatte

Kärnten
03.02.2011 15:18
Die erste Verhandlungsrunde zur Lösung der unendlichen Ortstafeldebatte ist am Donnerstag in Klagenfurt über die Bühne gegangen. Am Tisch saßen Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ), Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Valentin Inzko, und weitere Slowenenvertreter. Alle lobten danach unisono das gute Gesprächsklima. Öl ins Feuer gießt nun aber FPK-Klubchef Kurt Scheuch.

Laut Scheuch werfe der in Slowenien schwelende Streit über die Öffnung kommunistischer Geheimdienstarchive "einen Schatten" auf die Verhandlungen zur Lösung der Ortstafelfrage.

Scheuch vermutet, dass die Unterlagen auch Informationen über Bombenanschläge (die "Krone" berichtete ausführlich) in der Zeit des sogenannten Ortstafelsturms in Südkärnten in den 70er Jahren beinhalten würden. In Slowenien decke man "offensichtlich verbrecherische Handlungen und ehemalige Terrornetzwerke", so Scheuch. Es gehe aber "um wichtige Dinge in der Kärntner Geschichte", meinte der Klubchef.

Er sehe die aktuellen Gespräche zu den Ortstafeln durch das Thema belastet. Zudem ortete er "noch keine konkreten Verhandlungen" sondern vielmehr ein Abgleichen der Standpunkte. Bereits im Mai des Vorjahres hatte Scheuch noch einen "absoluten Verhandlungsstopp" gefordert, bevor nicht alle Hintergründe der Anschläge geklärt seien.

"Es wird noch einige Gespräche brauchen"
Verhandelt wurde am Donnerstag in Klagenfurt dennoch - konstrukiv, aber ohne Ergebnis. Bei einer weiteren Gesprächsrunde in den kommenden "zwei bis drei Wochen" sollen auch die Bürgermeister der betroffenen Region Südkärntens am Verhandlungstisch Platz nehmen. "Es wird noch einige Gespräche brauchen", meint Landeshauptmann Dörfler. Auch die Parteichefs sollen zu den Gesprächen gebeten werden. Für Weihnachten 2011 erwartet sich Dörfler dann "ein schönes Paket für Kärnten".

"Kärnten ist frei - von der Ortstafeldiskussion"
Optimismus legt auch Ostermayer an den Tag. Es wäre schön, bald sagen zu können, "Kärnten ist frei - von der Ortstafeldiskussion", meinte der Staatssekretär in Anlehnung an den legendären Ausspruch des damaligen ÖVP-Außenministers Leopold Figl im Jahre 1955: "Österreich ist frei". An den vom Verfassungsgerichtshof zugesprochenen zweisprachigen Ortstafeln wird am Verhandlungstisch jedenfalls nicht gerüttelt.

"Wir wollen uns näher kommen"
Ratsobmann Valentin Inzko betonte, dass die erste Verhandlungsrunde schon sehr weit ins Detail geführt hätte. "Wir sind in einem Prozess, in dem wir uns näher kommen wollen", so Inzko. Auch er wolle noch 2011 zu einer Lösung in der Ortstafelfrage kommen. "Ich habe kein Interesse, noch meine Kinder damit zu beschäftigen", meinte Inzko.

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