Der gutaussehende Held der Koproduktion ist August Habermann (Mark Waschke), deutscher Sägewerksbesitzer in den Sudetengebieten, der in der Zwischenkriegszeit friedlich mitsamt der bunt durchmischten Dorfgemeinschaft lebt. Seine geliebte Frau Jana (Hannah Herzsprung) ist Halbjüdin. Als aufrechter Charakter, der für jedermann kämpft, ist Habermann der Anschluss an das Deutsche Reich herzlich egal, während seine tschechischen Arbeiter die Sache weniger entspannt sehen und sein jüngerer Bruder Hans (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) der Bewegung beitritt.
Als dann auch noch der SS-Scherge Koslowski (Ben Becker) im Dorf einmarschiert, gerät Habermann zwischen die Fronten, bleibt aber stets anständig und setzt sogar seinen wertvollen Familienschmuck ein, um das Leben der tschechischen Bewohner zu retten. Dessen ungeachtet wird er als deutscher Firmenbesitzer nach der Niederlage des Reichs von den Tschechen massakriert.
Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Regisseur Juraj Herz will den Blick öffnen für vergessene Schicksale. Sein um politische Wahrheiten bemühtes Drama verliert sich jedoch in einer visuell reißerischen und von Stereotypen durchzogenen Aufrechnung von Kriegsschuld, die letztlich als filmische Gleichsetzung deutscher und jüdischer Schreckenserfahrungen und mit der bewusst bildlichen Überschreibung der Erinnerung an die Shoah verstört.









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