Zu heiß für Leben

"Kepler" erspäht Sonnensystem mit sechs Planeten

Wissenschaft
02.02.2011 10:49
Das NASA-Weltraumteleskop "Kepler" hat ein fernes Sonnensystem mit mindestens sechs Planeten (Bild) aufgespürt. Die sogenannten Exoplaneten umkreisen einen sonnenähnlichen Stern, der rund 2.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernt ist. Insgesamt hat "Kepler" mehr als 1.200 mögliche neue Planeten entdeckt. Darunter seien fünf, die der Erde sehr ähnlich seien, teilte die amerikanische Weltraumbehörde NASA mit.

Mit 2,3 bis 13,5 Mal der Masse der Erde gehören die neu entdeckten Planeten zu den leichtesten, die bisher außerhalb unseres Sonnensystems gefunden worden sind, heißt es im britischen Fachblatt "Nature". Für Leben ist es auf ihnen allerdings zu heiß.

Fünf der sechs Planeten umkreisen ihren Heimatstern Kepler-11 (Bildmitte) in weniger als 50 Tagen und enger als der innerste Planet Merkur unsere Sonne, berichten die Entdecker um Daniel Fabrycky von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz. Der sechste Planet zieht weiter außerhalb seine Bahn und umrundet den Stern alle 118 Tage einmal. "Die größten der sechs Planeten ähneln wahrscheinlich Neptun und Uranus, aber die drei leichtesten sind anders als alles, was wir aus unserem Sonnensystem kennen", erläuterte Fabryckys Kollege Jonathan Fortney in einer Mitteilung seiner Universität.

Über 1.200 Planeten-Kandidaten entdeckt
Insgesamt hat "Kepler" mehr als 1.200 mögliche neue Planeten entdeckt. Darunter seien fünf, die der Erde sehr ähnlich seien, teilte die NASA am Mittwoch mit. Über fünf Monate habe "Kepler" mehr als 156.000 Sterne unter die Lupe genommen und dabei 1.235 Planeten-Kandidaten aufgespürt. 54 von ihnen befänden sich in einer Zone, in der die Temperaturen moderat genug seien, dass es flüssiges Wasser geben könnte.

Nach Einschätzung von Astronomen werde es aber Jahre dauern, bis feststehe, ob es sich tatsächlich um Planeten handle, berichtete die "New York Times". Dabei müsse beispielsweise mithilfe von Teleskopen auf der Erde die Masse der Himmelskörper bestimmt werden.

Erst im Jänner hatte "Kepler" laut NASA-Angaben den bisher kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt (Bericht in der Infobox). Auf dem Exoplaneten aus Fels, der den rund eineinhalbfachen Umfang unserer Erde hat, ist es aber viel zu heiß für Leben, weil er seinen Stern auf einer sehr engen Bahn umrundet. Daher dürften auf dem Himmelskörper mit der Bezeichnung Kepler-10b Temperaturen von mehr als 1.370 Grad Celsius herrschen.

"Kepler" sucht nach einer "zweiten Erde"
Das Weltraumteleskop "Kepler" sucht seit März 2009 mit der größten Kamera, die jemals in den Weltraum gebracht wurde, nach einer zweiten Erde außerhalb unseres Sonnensystems. Die nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Sonde kann mit ihrer 95-Megapixel-Kamera jenen leichten Dimmer-Effekt erfassen, der entsteht, wenn ein Planet von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbeizieht. "Kepler" soll mindestens dreieinhalb Jahre lang weit mehr als 100.000 Sterne in der Milchstraße ins Auge fassen und nach Gesteinsplaneten absuchen, auf denen es Voraussetzungen für Leben geben könnte.

Als Exoplaneten bezeichnet man alle jene Planeten, die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden. Ihr Nachweis ist erst seit einigen Jahren möglich. Er stellt besondere Anforderungen an die Teleskope, da Planeten nur sehr geringe Strahlung abgeben und von den Sonnen überstrahlt werden. Insgesamt sind inzwischen mehr als 520 Exoplaneten erfasst.

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