Agentin "00Sex"
Anna Chapman lässt ihren Namen patentieren
Produkte mit prominenten Familiennamen sind in Russland äußerst beliebt. So erinnert beispielsweise die Wodka-Sorte "Putinka" an Ministerpräsident Wladimir Putin.
Chapman, die in Wolgograd, dem früheren Stalingrad, als Anna Wassiljewna Kuschtschenko geboren wurde, trägt auch nach einer mittlerweile geschiedenen Ehe mit einem Briten ihren englischen Nachnamen. Die 28-Jährige war nach ihrer Enttarnung Ende Juni im Rahmen eines Agentenaustauschs via Wien nach Moskau zurückgekehrt und ist in ihrer Heimat mittlerweile zu einer Art Popikone aufgestiegen. Rund 70 Jahre nach der Schlacht um Stalingrad wird die Ex-Spionin mit dem Spitznamen "Agentin 00Sex" in diesen Tagen zu Gedenkfeiern in ihrer Geburtsstadt erwartet.
Klischee einer männermordenden Agentin
Der Aufstieg von Anna Chapman begann in London. Als Wirtschaftsstudentin in England heiratete sie 2001 den Psychologen Alex Chapman. Nach der Scheidung 2006 zog Anna nach New York und arbeitete als Maklerin - offiziell. Nach der Enttarnung stürzte sich die Presse gierig auf Details über "Moskaus Mata Hari", die perfekt dem im Westen verbreiteten Klischee einer männermordenden Kreml-Agentin entspricht.
Die attraktive Rothaarige rückte erst Anfang des Jahres in die Führung einer regierungsnahen Jugendorganisation auf. Schon wird in Moskau spekuliert, dass der "rote Stern aus Wolgograd" im Herbst auf dem Ticket der Putin-Partei Geeintes Russland für die Staatsduma kandidiert.
Orden von Medwedew verliehen
Bereits kurz nach der Enttarnung des zehnköpfigen Agentenrings um Chapman stand Ministerpräsident Putin auffällig Pate. Der 58-Jährige traf sich gleich nach ihrer Rückkehr mit den Spionen und versprach, dass der Staat sie nicht fallen lasse. Und obwohl die Truppe des Auslandgeheimdienstes SWR in Übersee wenig erfolgreich gewesen sein soll, verlieh ihr Kremlchef Dmitri Medwedew einen Orden. Chapman bedankte sich mit linientreuen Worten.











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