Bundesheer Neu

Michael Häupl für Aufgabendefinition vor Reform

Wien
01.02.2011 13:08
Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl (SP, Bild links) hat sich am Dienstag mit dem Ergebnis der Gespräche zwischen SPÖ und ÖVP zur Bundesheer-Reform zufrieden gezeigt. "Aufgabendefinition ist überall wichtig", so der Stadt-Chef. Das gelte auch für das österreichische Bundesheer. "Da wird man vielleicht draufkommen, dass diejenigen Fachleute, die noch immer träumen von der Panzerschlacht in Marchfeld, vielleicht doch ein bisschen gestrig sind", richtete er Reformkritikern aus. Zum Thema Darlehnssystem bei Studiengebühren ortete der Stadtchef eine "Pflanzerei" der Studierenden.

Die Absetzung von Generalstabschef Edmund Entacher wollte Häupl allerdings nicht kommentieren. Zu den Kritikern der Pläne von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP, Bild rechts) meinte Häupl: Die "Panzerschlacht in Marchfeld" werde angesichts dessen, dass Österreich von Nato-Staaten umgeben beziehungsweise Mitglied der Europäischen Union sei, "vermutlich nicht mehr stattfinden in absolut absehbaren Menschengedenkzeiten". Heutzutage würde man das Bundesheer für etwas anderes brauchen, unterstrich er die Notwendigkeit einer Reform.

Kein Kommentar zur Absetzung Entachers
Häupl sprach sich für eine Aufgabendefinition für das Bundesheer sowie für eine Strukturdiskussion aus: "So ist man gut vorbereitet für die Diskussion der Frage der Wehrpflicht." Zur Absetzung Entachers, der Kritik an den Reformplänen des Verteidigungsministers übte, wollte das Stadtoberhaupt nichts sagen: "Das ist seine (Darabos, Anm.) Angelegenheit, das geht mich nichts an."

Einführung von Darlehenssystem "Pflanzerei"
Auch zum Thema Studiengebühren äußerte sich Häupl. Keine Studiengebühren und stattdessen Maßnahmen zum Abbau sozialer Barrieren, wünscht sich der Bürgermeister. Daher lehne er auch den neuen Vorschlag von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP) ab, der als Berechnungsgrundlage 500 Euro Studiengebühren im Semester sowie einen Ausbau der Studienförderung und die Einführung von zinsbegünstigen Darlehen vorsieht: "Die De-facto-Umstellung eines Studienförderungssystems auf ein Darlehenssystem können Studenten unter den heutigen Studienbedingungen nur als Pflanzerei empfinden."

Gegen soziale Barrieren beim Hochschulzugang
Vielmehr hat Häupl gehofft, dass "wir in Hinblick auf die soziale Lage der Studenten mit vernünftigeren Vorschlägen konfrontiert werden". Eine Alternative hätte er jedenfalls parat: Keine Studiengebühren und alle Maßnahmen insbesondere im Studienförderungsgesetz bereitzustellen, damit nicht 60 Prozent der Studenten arbeiten gehen müssten.

Es solle keine sozialen Barrieren beim Hochschulzugang geben. Daher gelte es ein Stipendiensystem auszuarbeiten, das ermögliche, "vom dreiprozentigen Anteil von Arbeiterkindern an den Hochschulen" wegzukommen, so der Wiener Bürgermeister. Mitte Dezember konnte sich Häupl in einem Zeitungsinterview noch Studiengebühren vorstellen. "Das kann am Ende des Tages ein Kompromiss sein, solange gewährleistet bleibt, dass ein Studium nicht zum Privileg einiger Weniger verkommt", sagte er damals.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele