09.06.2021 16:05 |

Sohn ist bereit dazu

Armenien-Premier will Tausch: Sohn gegen Gefangene

Der armenische Premier Nikol Paschinjan hat dem Nachbarland Aserbaidschan seinen eigenen Sohn im Tausch gegen Kriegsgefangene angeboten. Mehr als ein halbes Jahr nach dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach seien trotz mehrerer Austausche noch immer nicht alle Gefangenen freigelassen worden. Der Vorschlag des Premiers kam wenige Tage vor der Parlamentswahl in Armenien. Paschinjans Sohn schrieb auf Facebook, er sei bereit dazu.

Paschinjan habe bereits die entsprechenden Gremien in der Südkaukasus-Republik damit beauftragt, seinen Vorschlag offiziell an Aserbaidschan zu übermitteln, sagte er am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt. „Verstehen Sie mich nicht falsch: Das ist nicht das einzige Werkzeug, um das Problem zu lösen“, so der Regierungschef.

Abkommen nur einseitig erfüllt
Aserbaidschan erklärte, seine Verpflichtungen zum Austausch von Kriegsgefangenen entsprechend einem Abkommen erfüllt zu haben. Allerdings fielen diejenigen nicht unter diese Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kämpfe in „Gebiete von Aserbaidschan geschickt“ habe, hieß es.

Krieg löste politische Krise aus 
In dem Krieg vom 27. September bis 9. November um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 90er-Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Der Krieg hatte in Armenien eine politische Krise ausgelöst. Die Opposition hatte bei Massenprotesten Paschinjans Rücktritt und Neuwahlen gefordert.

In eineinhalb Wochen will sich der 46-Jährige bei einer vorgezogenen Parlamentswahl im Amt bestätigen lassen. Zuletzt gab es an der Grenze zwischen beiden Ländern neue Spannungen.

Martin Grob
Martin Grob
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).