Neue Leber gesucht

“Vorstadtkrokodile” erleben ihr drittes Abenteuer

Kino
19.01.2011 15:15
Alle Jahre wieder gibt es eine neue Folge der erfolgreichen Jugendfilmserie "Vorstadtkrokodile", nun also der dritte Leinwandauftritt von Hannes, Maria und den anderen Unzertrennlichen. Und natürlich erleben die nun bereits jugendlichen "Vorstadtkrokodile" abermals ein spannendes Abenteuer, auf das sie aber gerne verzichtet hätten. Denn es geht um nicht weniger als ums Leben ihres Kumpels Frank, der bei einem von Leichtsinn verursachten Unfall einen Leberschaden erleidet, der nur mit einer Transplantation zu beheben ist.

Auch wenn die Figuren und erst recht die Handlung nur noch recht wenig bis überhaupt nichts mit jenen "Großstadtkrokodilen" zu tun haben, die der Schriftsteller Max von der Grün Mitte der 70er-Jahre für einen seinerzeit sehr erfolgreichen Jugendroman erfand: Noch immer spielt sich das Geschehen im Ruhrgebiet ab. Allerdings spricht keiner der Protagonisten des Films, dessen Regisseur Wolfgang Groos damit seine zweite Kinoarbeit präsentiert, den unverwechselbaren Dialekt dieser Region.

Im Grunde könnte die flott inszenierte Geschichte überall in Deutschland angesiedelt sein. Dem verstorbenen Max von der Grün hätte das gar nicht gefallen, doch die Zeiten ändern sich eben. Die Produzenten des Films schielen selbstverständlich aufs heutige Publikum, das möglichst zahlreich vor die Leinwände gelockt werden soll. Ganz ohne Liebe geht das nicht.

Also sehen wir in den ersten Szenen, wie Maria, dargestellt von der schon mit weiblichen Rundungen versehenen Leonie Tepte, dem jüngeren, körperlich kleineren, aber bereits charismatischen Hannes, wiederum gespielt vom Mädchenschwarm Nick Romeo Reimann, nicht nur zum 13. Geburtstag gratuliert, sondern ihm auch sehr nahe kommt. Immerhin bleibt es bei harmlosen Knutschansätzen, reale Jugendliche dieses Alters sind da bekanntlich oft schon sehr viel weiter. Wichtiger für die Handlung ist für Regisseur Groos jedoch möglichst viel Aktion.

Und nach für alle Beteiligten feucht endenden Gratulationscour am See fetzt es auch gleich richtig los: Die Jugendbande entdeckt eine verlassene, offenbar pleitegegangene Go-Kart-Bahn, die kleinen Rennmaschinen stehen fahrbereit da, und schon rattern die Nachwuchs-Vettels damit los. Die wilde Fahrt führt in ein Parkhaus, dessen kurvenreiche Auffahrt alles abfordert. Für Hannes und Frank wird das zum Verhängnis, denn sie kollidieren miteinander, Frank wird hinausgeschleudert und bleibt benommen liegen. Zwar rappelt er sich wieder hoch, bricht aber später zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert.

Ausgerechnet Franks krimineller Bruder, der einst von der wackeren Ruhrpott-Bande ins Gefängnis gebracht wurde, soll nun zum Retter werden. Aber dazu muss er erst einmal raus aus dem Knast. Wie das Hannes, Maria und all die anderen bewerkstelligen, ist spannend und auch mit Humor in Szene gesetzt. Unter den erwachsenen Darstellern ist Nora Tschirner als resolute alleinerziehende Mutter von Hannes wieder mit von der Partie, weitere bekannte Namen sind Jacob Matschenz, Axel Stein und Jochen Nickel. 

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Action mit Biss! Noch einmal beweist die coole Ruhrpott-Jugendbande heldenhaften Mut und Cleverness. Bedingungsloses Zueinanderstehen gibt diesem mit fetzigem Hip-Hip-Sound unterlegten Jugend-Krimi zudem Substanz. Witzig ein verschmitzter Gastauftritt von TV-Küchen-Zampano Horst Lichter als im Häfn wirkender Promikoch. Ein temporeiches letztes Abenteuer voll dramatischer Momente.

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