23.04.2021 17:48 |

Terror-Ermittlungen

Polizistin in Frankreich bei Messerangriff getötet

Zu einem tödlichen Messerangriff auf eine Polizistin ist es am Freitag nahe Paris gekommen. Der Messermann wurde bei seiner Festnahme ebenfalls tödlich verwundet. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Bluttat ereignete sich im Eingangsbereich einer Polizeidienststelle in Rambouillet rund 60 Kilometer südwestlich von Paris. Laut der Zeitung „Le Parisien“ kam die Frau gerade von ihrer Mittagspause zurück, als sie angegriffen wurde. In Polizeikreisen hieß es, der Angreifer habe der 49-Jährigen in die Kehle gestochen.

Täter war Sicherheitsbehörden nicht bekannt
Es gebe derzeit keine Hinweise dafür, dass er während der Tat islamistischen Parolen gerufen habe. Der Mann habe die tunesische Staatsbürgerschaft besessen, sich legal in Frankreich aufgehalten und keine Vorstrafen gehabt. Den Sicherheitsbehörden sei er nicht bekannt gewesen. Jérome Moisant von der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police sagte dem Sender Franceinfo, dass die getötete Kollegin in der Verwaltung gearbeitet habe. Der Angreifer habe sich zuvor vor der Polizeiwache aufgehalten.

Der Angreifer wurde von Polizisten angeschossen und sei kurz darauf gestorben, wie französische Medien berichteten. Premier Jean Castex kam am Nachmittag zum Tatort. „Die Republik hat gerade eine ihrer Alltagsheldinnen verloren - bei einer barbarischen und unendlich feigen Tat“, schrieb Castex auf Twitter.

„Polizei muss beschützt werden“
Premier Jean Castex kam am Nachmittag am Tatort an. Er sei in Gedanken bei der gestorbenen Polizeimitarbeiterin und habe große Wut, sagte Philippe Benassayam, Abgeordneter aus der Region, im französischen Fernsehen. „Die Polizei ist unter Beschuss. Sie muss wirklich beschützt werden, denn die Angriffe sind konstant, regelmäßig und alltäglich.“

Immer wieder gibt es in Frankreich Angriffe auf die Polizei. Im Herbst 2019 tötete ein Angestellter im Polizeihauptquartier in Paris vier seiner Kollegen mit einem Messer. Die Ermittler gehen von einem Terrorhintergrund aus. 2017 tötete ein Mann auf der Pariser Nobelstraße Champs-Élysées einen Beamten und verletzte zwei weitere. Der IS reklamierte die Tat für sich. Frankreichs Mitte-Regierung will mit einem neuen Sicherheitsgesetz mehr Schutz für die Ordnungskräfte im Land bieten.

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