09.04.2021 09:03 |

„Bedenkliches Niveau“

Jeder Zweite geht (fast) nie zum Corona-Test

Angebote gibt es genug - in Teststraßen, Apotheken und mittlerweile auch in zahlreichen Firmen oder mobilen Testbussen -, trotzdem geht laut einer Umfrage der Universität Wien jeder Zweite selten oder gar nie zum Testen.

Österreich zählt zu den Test-Weltmeistern - in kaum einem anderen Land wird so viel getestet wie bei uns. Mehr als 25,5 Millionen Tests wurden laut AGES-Dashboard seit Pandemie-Beginn durchgeführt (Stand 8.4.). Eine Umfrage des Austria Corona Panel der Universität Wien ergab trotzdem, dass jeder Zweite zwischen Mitte Februar und Mitte März gar nie oder selten zu einem Corona-Test gegangen war. Ein Fünftel ließ sich in diesem Zeitraum nur einmal testen.

Hohe Inzidenzen durch Menschen, „die sich nicht getestet haben“
Zwar habe man in den vergangenen Monaten einen „kontinuierlichen Anstieg“ jener beobachtet, die das Testangebot wahrnehmen, aber es verbleibe nach wie vor auf einem Niveau, das man „durchaus als bedenklich einstufen kann“, so Corona-Panel-Leiter Bernhard Kittel Freitagfrüh gegenüber Ö1. „Wenn die Hälfte der Bevölkerung nicht weiß, wo sie steht, dann ist das eine sehr kritische Größe.“ Er betrachte dies als „ein großes Problem“. Die derzeit hohen Inzidenzen kämen schließlich von sozialen Kontakten zwischen Menschen, die sich nicht getestet haben - auch wenn Jüngere öfter testen gehen würden als Ältere.

Bis Mitte Februar waren 41 Prozent noch nie bei einem Corona-Test
Durch den Ausbau der Testmöglichkeiten sei ein Anstieg zu verzeichnen gewesen - so hätten Mitte Jänner zwölf Prozent angegeben, einmal pro Woche oder öfter testen gewesen zu sein, im Februar seien dies bereits doppelt so viele gewesen. Auch die Zahl jener, die zuvor nie testen gewesen waren, sei gesunken. „Zwischen Mitte Jänner und Mitte Februar waren es 41 Prozent, die noch nie einen Test gemacht haben, zwischen Mitte Februar und Mitte März 31 Prozent“, so Kittel. 19 Prozent seien binnen vier Wochen einmal beim Corona-Test gewesen - vermutlich für die Eintrittstests bei den sogenannten körpernahen Dienstleistern.

Durch Verordnungen oder Ähnliches einen Zwang zu schaffen, die Menschen zu Tests zu bewegen, sei für Kittel aber der falsche Weg. Es brauche eher einen breiten öffentlichen Diskurs, um Verständnis dafür zu schaffen, wie das Testen zur Bekämpfung der Pandemie beitragen könne.

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