Färöer-Blamage

Andreas Herzog: Zwei Watschen von Hans Krankl

Fußball National
28.03.2021 07:55

Österreichs Rekord-Teamspieler und „Krone“-Kolumnist Andreas Herzog schreibt über die bitterste Niederlage seiner Karriere.

Ja, ich war 1990 in Landskrona auch dabei. Das 0:1 gegen die Färöer war die größte Blamage, die es je gab, das war eine Voll-Katastrophe. Wir haben sie damals gar nicht ernst genommen. Wir dachten, wenn wir gut spielen, gewinnen wir 8:0 oder 10:0. Und wenn es nicht läuft, dann immer noch 3:0 oder 4:0 ...

(Bild: GEPA pictures)

... und plötzlich gelingt dir nichts, dann liegst 0:1 hinten, wirst immer unrunder, hektischer. Es war ein Wahnsinn. Ich wollte danach zwei Wochen gar nicht mehr aus der Wohnung, ich war völlig am Boden. Die Medien haben uns auch vernichtet, das war logisch. Aber ich war halt damals noch ein ganz junger Spieler bei Rapid, wollte fast schon aufhören.

(Bild: GEPA pictures)
(Bild: GEPA pictures)

Im ersten Training in Hütteldorf hat mich Hans Krankl dann sofort zur Seite genommen, gesagt: „Depperter Bua, was ist los mit dir?“ Dann gab‘s Watsche links, Watsche rechts - weiter ging‘s! Das war extrem wichtig, er hat mich motiviert, mir geholfen.

(Bild: GEPA)

Die Färöer von heute sind mit damals nicht mehr zu vergleichen. Mittlerweile haben sie ja sogar Legionäre dabei, auch einige passable Resultate geholt. Wie immer in solchen Partien ist der Schlüssel das 1:0, das erste Tor. Wenn möglich schnell.

Dass es bei uns jetzt nach dem 2:2 gegen Schottland auch Kritik gab, ist ein gutes Zeichen. Jetzt haben wir in Österreich andere Ansprüche, die Leute erwarten mehr als zu unserer Zeit. Natürlich wäre das Spiel auch zu gewinnen gewesen. Aber die Ausfälle sind nicht wegzudiskutieren. Die Leader haben ein bissl gefehlt.

(Bild: APA/ROBERT JAEGER, krone.at-Grafik, AFP)

Für mich ist es aber ein Wahnsinn, dass es in einem Lehrgang jetzt schon drei Länderspiele gibt. Als Teamchef kann man da gar nichts mehr trainieren lassen, nur noch regenerieren. Wichtig ist, dass unsere Topspielergegen Dänemark frisch sind. Franco Foda hat ja die Chance, öfters zu wechseln. Vielleicht gibt er Demir und Kara in der zweiten Halbzeit ihre ersten Minuten. Mit Kara und Kalajdzic vorne, das hätte schon was, da müssten sich die Färöer bei jeder Flanke anschnallen.

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(Bild: KMM)



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