23.03.2021 06:45 |

„Krone“-Interview

Berger: „Max ist ein absoluter Weltmeister-Pilot!“

Vor dem WM-Start am Sonntag in Bahrain (live im sportkrone.at-Ticker) analysiert der ehemalige Formel-1-Star Gerhard Berger das Duell zwischen Red Bull und Mercedes - er rechnet mit einem starken McLaren und freut sich auf einen verrückten Kerl. Außerdem meint er: „Ich sehe Max (Verstappen, Anm. d. Red.) als absoluten Weltmeister-Fahrer!“

„Krone“: Welche Eindrücke hast du vor dem WM-Auftakt am Sonntag in Bahrain?
Gerhard Berger: Die Tests haben gezeigt, dass Red Bull sehr stark ist. Honda hat einen absoluten Schritt nach vorne gemacht. Das ist das, was Red Bull am notwendigsten gebraucht hat. Und bei den leichten Reglementänderungen, speziell am Unterboden, hat man gesehen, dass Adrian Newey es am besten versteht, die Balance hinzubekommen. Auch das spricht für Red Bull. Mercedes braucht noch ein bisserl, um das eine oder andere zu verstehen. Aber die werden das ruck, zuck in den Griff kriegen. Fazit: Umgekehrte Vorzeichen zu den letzten Jahren: Red Bull dürfte vielleicht sogar Vorteile haben.

Lewis Hamilton hat schon alles erreicht. Der Druck ist weniger - ein Vorteil?
Theoretisch ja. Andererseits hat er so viele Nebengeschäfte wie Black Lives Matter, Musik oder Mode. Da hat er überall ein bisserl den Fokus. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis sich das auf seine Leistung niederschlägt. Bis jetzt passt alles. Egal, ob er bis 4 Uhr in der Früh musiziert oder ein Konzert in L. A. besucht. Er ist aufgestanden, Poleposition gefahren. Beeindruckend. Aber ich sehe es nicht als gegeben, dass er wieder so eine Leistung abruft.

Wenn ich dir 10 Euro gebe, würdest du sie also auf Max Verstappen setzen?
Ich sehe Max als absoluten Weltmeister-Fahrer. Ihm zuzusehen, ist eine Augenweide. Sein Speed, seine Aggressivität - absolut genial. Aber noch hatte er nicht die Titelchance. Man muss schauen, wie er damit umgeht. Also kann ich die 10 Euro nicht mit Sicherheit auf Max setzen, auch weil Lewis ja schon sieben WM-Titel eingefahren hat.

Wie beurteilst du die Situation hinter den Top-Teams von Red Bull und Mercedes?
Interessant wird McLaren mit Daniel Ricciardo. Der ist für zwei, drei Zehntel gut, dazu der Mercedes-Motor. Für die Meisterschaft reicht es nicht, aber ich sehe sie an dritter Stelle. Danach wird’s eine breite Kiste mit Aston Martin, Alpha Tauri und Ferrari, das da grad und grad mitfahren kann.

Bei Ferrari blutet dir wohl weiterhin das Herz?
Wenn man in diesem Geschäft falsche Personal- oder Technik-Entscheidungen trifft, stürzt man schnell ab. Dann dauert dieses Dilemma in der Regel drei bis fünf Jahre. Ich würde mich gerne vom Gegenteil überraschen lassen. Der Sport, die Fans brauchen ein starkes Ferrari. Und als ehemaliger Ferrari-Fahrer würde ich es ihnen von Herzen gönnen.

Was sagst du zur Rückkehr von Fernando Alonso?
Ein ganz verrückter Kerl. Dem traue ich alles zu. Er ist sowohl sportlich als auch politisch eine Bereicherung, wird uns das eine oder andere Schmankerl liefern.

Und Mick Schumacher?
Für ihn gilt’s, Erfahrung aufzubauen. Er hat mit Haas ein gutes Team, man kann sich schon etwas erwarten.

Richard Köck
Richard Köck
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